Europäische Aktien schlagen sich zur Zeit vergleichsweise gut. Vor allem Nebenwerte-Aktienfonds werden von Profis sehr geschätzt.

Aktienkurse stehen unter permanentem Druck

In den Sommermonaten ist die Wertentwicklung der Aktien traditionell eher schlecht. Vor allem der DAX verbucht in den Monaten August und September meist ein leichtes Minus. Auch in diesem Jahr war das nicht anders. Verschiedene Indizes lassen deutlich erkennen, wie die Märkte im Verlauf des Jahres an Schwung verloren haben. Immerhin konnte der DAX, als einer der Marktbarometer, zeitweise ein Plus von rund 26 Prozent verzeichnen. Aktuell bewegt sich der Wertzuwachs bei etwa vier Prozent.

Auf ähnliche Zahlen kommt der Euro Stoxx 50, der als Auswahlindex für den europäischen Wirtschaftsraum gilt. Jedoch gibt es auch Ausnahmen in Europa, die einen höheren Aufschlag erreicht haben. So konnte der italienische FTSE MIB im September ein Plus von 15 Prozent aufweisen. Noch besser steht es bei dem dänischen OMX Index mit einem Zuwachs von 22 Prozent.

Wird die europäische Aktie unterbewertet?

In der Vergangenheit standen die europäischen Aktienkurse unter permanentem Druck. War es zuerst Griechenland, verunsichern momentan die Marktturbulenzen in China und die sehr unsichere Lage in den Schwellenländern die Marktteilnehmer, was zu einer gesteigerten Risikoaversion der Anleger geführt hat. Experten warnen diesbezüglich vor einem Investment in Schwellenländern.

Eine Umfrage der Bank of America (Merrill Lynch) hat ergeben, dass europäische Fondsmanager dennoch verstärkt auf Europa setzen, da sie bei europäischen Unternehmen global gesehen die höheren Gewinne vermuten. Immerhin geht es bei den 202 befragten Managern um ein Investitionsvolumen von rund 574 Milliarden Dollar. Zudem sehen viele Fondsmanager die europäische Aktie als deutlich unterbewertet.

Experten setzen auf kleinere europäische Unternehmen

In der Regel schaffen es nur große Unternehmen in den Euro Stoxx 50 oder DAX. Das bedeutet aber nicht, dass auch ihre Kurse entsprechend hoch sind. Vielmehr entwickeln sich, zumindest auf lange Sicht, die Nebenwerte besser. Dabei handelt es sich um meist kleinere Unternehmen, die jedoch über ein beachtliches Wachstumspotential verfügen. So haben in den letzten drei Jahren die Fonds für Bluechips um 44 Prozent zugelegt, während die Nebenfonds auf 66 Prozent kamen.

Berater Tipp

Diese Entwicklung erklärt sich aus dem Umstand, dass sich die europäische Wirtschaft seit geraumer Zeit im Aufwind befindet. Mehrere Hundert Fonds für europäische Aktien tummeln sich zur Zeit auf dem Markt. Davon beziehen sich etwa 340 auf Standardwerte und mehr als Hundert auf Small und Mid Caps. Immerhin 18 ETFs stehen für passive Investitionen im Bereich der Nebenwerte zur Verfügung.

Weiterhin höhere Renditen bei europäischen Nebenwert-Fonds

Auch wenn die Europäischen Aktienfonds in der letzten Zeit ein sattes Minus hinnehmen mussten, liegen sie im Vergleich zu anderen Fondkategorien immer noch recht gut im Rennen. Experten rechnen auch in Zukunft vor allem bei europäischen Nebenwerte-Fonds mit höheren Renditen. Vorausgesetzt das Wachstum bleibt gleich und die zur Zeit hohen Übernahmeaktivitäten gehen weiter.

Titelbild: © istock.com -Hossein Lohinejadian