Sprache ist die Grundlage der menschlichen Kommunikation. Gerade im Internet spielt sie für ein zumindest grundlegendes Verständnis des Textes eine unverzichtbare Rolle – anders als bei einer direkten Begegnung ist hier schließlich eine Verständigung über Gesten vollkommen unmöglich und auch eine über Bilder sehr missverständlich. Die Google Sprachtools sind das geeignete Werkzeug, um schnell und effizient einen inhaltlichen Einblick in fremde Zungen zu bekommen – oder schnell unbekannte Wörter nachzuschlagen.

Eines der größten Lexika der Welt

Die Sprachtools von Google wurden erstmals im Jahr 2006 veröffentlicht – im ersten Jahr wurden allerdings lediglich Übersetzungen von Englisch auf Arabisch angeboten. Bis zum Jahr 2015 ist der Dienst auf über 90 Sprachen erweitert, die mittlerweile neben allen bekannten Hauptsprachen wie englisch, spanisch, französisch, russisch oder chinesisch und natürlich englisch auch tamilisch, Hmong, Haussa oder Cebuano umfasst.

Letztere ist die Sprache der philippinischen Insel Cebu, die von insgesamt 18 Millionen Sprechern auf der Welt aktiv verwendet wird. Für alle Möglichkeiten stehen eigene Wörterbücher zur Verfügung, die permanent von eigenen Mitarbeitern, von der Community und von Experten aus aller Welt erweitert werden.

Entscheidend für die Auswahl ist dabei wie in vielen anderen Bereichen die Mischung aus Angebot und besonders Nachfrage – die Google über getätigte Suchanfragen permanent erfasst.

Wörter, Sätze und ganze Webseiten werden übersetzt

Die Bedienung der Google Sprachtools ist ebenso einfach wie schnell. In der Google Suche ist ein kleiner Button mit der Übersetzungsfunktion bereits integriert und für zahlreiche Browser wie Chrome oder Firefox stehen Plug-ins zur Verfügung. Auf Knopfdruck können so Homepages auf eine beliebige Ausgangssprache übersetzt werden.

Darüber hinaus können auf der eigenen Seite auch einzelne Wörter oder ganze Texte eingefügt werden, die dann ebenfalls auf Knopfdruck übertragen werden. Eine Schnittstelle für Programmierer erlaubt es auch Webseitenbetreiber, über eine umfangreiche API auf die Funktionen zuzugreifen und diese für eigene Texte oder auch für Eingaben zu nutzen. Selbstverständlich verwendet auch Google eigene Produkte die Sprachtools – allen voran etwa Google Play, das auf Tablet PC und Smartphones zur Grundinstallation gehört.

Hier übersetzt es beispielsweise die Kommentare in Echtzeit in die ihrer Nutzer.

Berater Tipp

Statistische Übersetzungen kommen zur Anwendung

Trotz der steigenden Performance sind Computer auch heute nicht in der Lage, Sätze nach dem Inhalt oder nach inneren Zusammenhängen zu analysieren. Google verwendet deshalb ein statistisches Verfahren, das leider auch zu gewissen Einschränkungen führt.

Insbesondere für Übersetzungen aus und in das Englische ist dieses Vorgehen schon relativ ausgereift. Allerdings sind andere bilinguale Wörterbücher noch lückenhaft – deshalb werden derartige Übersetzungen in der Regel zuerst in das Englische und anschließend in die Zielsprache übertragen.

Solche sogenannte „Drittübersetzungen“ werden schon auf der menschlichen Ebene als sehr ungenau und missverständlich angesehen, sind bei automatisierten Übersetzungen jedoch noch weitaus problematischer. Druckreife Schriftstücke können deshalb auch von den Sprachtools nicht erwartet werden – trotzdem vermitteln sie einen zuverlässigen Eindruck in den Inhalt und lassen sich mit ausreichend Interpretation gut lesen.

Video: Android App „Google Übersetzer“

Ein schnelles, unkompliziertes und umfassendes Nachschlagewerk

Mit den Google Sprachtools können Texte oder Vokabeln beliebig übersetzt werden – in nahezu jede Sprache, die gewünscht ist. Die Einbettung in das Internet und die Google Suche erlaubt es, dass sogar Menschen ohne jede Kenntnis in der Zielsprache unter den Ergebnissen suchen und Unterlinks aufrufen können.

Mobile Geräte wie Smartphones mit einem Android Betriebssystem sind sogar in der Lage, gesprochene Sprache aufzunehmen und zu interpretieren. Je nach Akustik ist die Fehlerquote allerdings teilweise noch erheblich.

Ebenfalls interessant: Niedrigzinsen sorgen für Immobilienboom

Bildquellen:
©iStock.com/Prykhodov