Viele Städte verwandeln sich derzeit in einem rasanten Tempo: Neue Einkaufszentren und Gewerbeimmobilien entstehen, Wohnquartiere werden nachhaltig aufgewertet oder bestehende Bauten durch neue Gebäude mit mehr Wohnfläche ersetzt. Die Immobilien finden reißenden Absatz, dank niedriger Zinsen können noch mehr Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen.

In der Niedrigzinsphase fallen jede Menge Geldanlagemöglichkeiten weg

Die Niedrigzinsphase hinterlässt nicht nur bei den Sparkonten bzw. SparCards der Banken für die kurzfristige Geldanlage ihre Spuren: Dort werden Zinsen – wenn überhaupt – nur noch in einer sehr homöopathischen Dosierung bezahlt: 0,05 % Verzinsung bedeuten trotz einer geringen Inflation einen echten Wertverlust. Jahr für Jahr!

Bundesanleihen mit fünf Jahren Verzinsung bringen zudem eine negative Rendite, Anleihen mit einer fast zwanzigjährigen Laufzeit bringen eine Rendite von 0,50 %! Aus diesem Grund suchen Anleger nach Investitionsalternativen, möglichst in Sachwerten, deren Erträge nicht direkt von der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank abhängig sind.

Je nach Anlegertyp empfiehlt sich die Geldanlage in Aktien oder auch Immobilien, was sich in einer steigenden Zahl verkaufter Objekte, als auch vielen Neubauprojekten und Bauen im Bestand äußert. Viele Menschen, die ihr Vermögen langfristig sichern und vermehren möchten, entscheiden sich nunmehr für Immobilien.

Video: Gefahr durch Niedrigzinsen

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnraum steigt und ist Indikator für die Attraktivität des Bauens

In den letzten Jahren stieg die Zahl der Baugenehmigungen kontinuierlich an, auch weil viele Menschen aufgrund der Niedrigzinsen erstmals an eine eigene Immobilie denken können. Die für das Jahr 2013 vorliegenden Zahlen zeigen den Anstieg der Baugenehmigungen für privaten Wohnraum um satte 12,9 % an – binnen eines Jahres.

Dabei nahmen interessanterweise die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser nur um 1,1 % zu, für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern aber um mehr als 22 %! Damit verstetigt sich ein Trend, dass Immobilienbesitz für immer breitere Schichten der Bevölkerung zunehmend erschwinglicher wird. Die zunehmende Bautätigkeit ist ein Indiz für den zunehmenden Wunsch nach der eigenen Immobilie und eine Art Frühindikator.

Berater Tipp

Investitionen in Gewerbeobjekte und Industriebauten werden ebenfalls zinsgünstiger

Einen ähnlichen Boom wie Gebäude für Wohnzwecke erleben Investitionen in Gewerbeobjekte und Industriebauten. Am deutlichsten sichtbar wird dies in vielen Innenstadtlagen, in denen neue Shopping Center den Kampf um Kunden aufnehmen und das Einkaufen angesichts der Konkurrenz des Internets noch weiter emotionalisieren und aufwerten.

Auch hier steigen die in Betrieb befindlichen Quadratmeterzahlen, Einkaufen im Shopping-Center erlebt eine Renaissance. Viele dieser Objekte werden als Immobilienfonds konzipiert, so dass auch Anleger am Immobilienboom teilhaben können, die keine Finanzierung für ein ganzes Objekt auf die Beine stellen können.

Trotz des Immobilienbooms spielt die Objektqualität eine ganz entscheidende Rolle

Die günstigen Zinsen sollten aber keinesfalls zu einem nicht vollständig durchdachten bzw. überlegten Immobilienkauf führen. Für die zu erzielenden Mieteinnahmen (bei Vermietung) oder die individuelle Wohnqualität (bei Eigennutzung) spielt die Objektqualität eine herausragende Rolle. Dies beginnt bei den Standortfaktoren bzw. der Lage und dem Vorhandensein von Infrastruktur wie öffentlichem Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen oder dem Wohnumfeld.

Die Kernfrage solte lauten, ob man dieses Objekt auch noch in fünf oder zehn Jahren gerne nutzen möchte und nicht nur einem spontanen Kaufimpuls folgt. Wer dann von der Immobilie überzeugt ist, der kann die Finanzierungskosten bzw. Zinsen durch Nutzen eines Internet-Zinsvergleiches noch weiter senken.

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Titelbild: ©iStock.com/Bet_Noire