Viele Anleger fragen sich derzeit, ob Warren Buffet bereits zugeschlagen hat. Die US-amerikanische Investorenlegende aus Omaha kann der Volkswagen-Aktie bestimmt nicht widerstehen. So oder so ähnlich sehen die aktuellen Spekulationen rund um Buffet aus und jeder fragt sich: lohnt sich der Einstieg? Bekanntermaßen kauft Warren Buffet nur die Aktien von Unternehmen, die ihm bekannt sind. Schließlich gehört diese zu den zahlreichen Maximen des superreichen Anlegers. Ähnlich wie eine schwäbische Hausfrau, die auf der Suche nach attraktiven Schnäppchen ist, schlagt Warren Buffet immer nur dann zu, wenn die guten Werte billig sind. Da stellt sich natürlich die Frage, ob es sich bei VW tatsächlich um einen guten Wert handelt und ob die Aktie auch wirklich billig ist.

Abfall von 40 Prozent

Zu Beginn der 39. Kalenderwoche hat die Aktie knapp 40 Prozent verloren. Doch die Frage danach, ob die Aktie billig ist, scheint ein kleines Stück untermauert zu werden. Immer ist die VW-Aktion lediglich als Reaktion auf die Abgas-Affäre zu Beginn der selben Woche in die Knie gegangen. Am Montag verlor das Papier 18 Prozent und am Dienstag wurden weitere 20 Prozent verabschiedet. So kam es, dass der Weltkonzern schlappe 27 Milliarden Euro in nur zwei Tagen einbüßte, da die Aktie um etwa 40 Prozent nachgab.

Am Mittwoch Morgen war das Papier weiter am Absacken und rutschte damit nach vier Jahren erstmals unter die 100-Euro-Marke. Am Mittwoch wendete sich das Blatt jedoch und viele Anleger erkannten darin das Signal, in die Aktie einzusteigen. Die Aktie legte bereits im Tagesverlauf kräftig zu. Und das, obwohl der Konzernchef Martin Winterkorn zu diesem Zeitpunkt noch nicht zurückgetreten war.

Video: Abgas-Skandal – VW-Aktie im freien Fall!

Investoren sind nicht abgeschreckt

Am Abend hatten die Anleger dann allen Grund zur Freude, denn das Papier ging mit einem Plus aus dem Handel. Stolze 5,2 Prozent, womit die Aktie der Tagesgewinner im Deutschen Aktienmarkt war. Die Anleger spekulieren anscheinend darauf, dass es wohl nicht so übel sein wird. Und dass alles wohl nicht so schlimm kommt und VW nicht pleite geht. Und vermutlich hoffen sie auch darauf, dass der Wolfsburger Automobilhersteller nicht das einzige Unternehmen ist, dem Manipulationen in Bezug auf Diesel-Autos angelastet werden können. Wenn jedoch auch andere Automobil-Hersteller in das Visier der Ermittler rücken, sollte der Druck welcher auf VW lastet, eigentlich nachlassen.

Berater Tipp
Die risikofreudigen Anleger haben aber anscheinend noch andere Ambitionen einzusteigen. So haben die Manipulationen zwar viel Ärger ausgelöst, jedoch sind dabei keine Fahrer tödlich verunglückt, was die Investoren nicht abzuschrecken scheint. Dementsprechend ist der Fall VW aus ihrer Sicht wohl eher wenig bedrohlich. Zumindest im Vergleich zum Erzkonkurrenten Toyota. Schließlich hat es dort im Jahr 2010 gleich mehrere Todesfälle gegeben, welche auf rutschige Fußmatten und klemmende Gaspedale zurückzuführen sind und die Aktie haben abstürzen lassen. Der Kurs hat sich seitdem nahezu verdoppelt.

Analysten bleiben skeptisch

Im Hinblick auf die VW Aktie bleiben die Analysten jedoch weiterhin skeptisch. Die US-Investmentbank Merrill Lynch senkte am Mittwoch das Kursziel auf 100 EUR. Und die US-Bank JPMorgan hat sogar die Kaufempfehlung für das VW-Papier gestrichen. Der Analyst Jose Asumendi gab dazu seine Befrüchtungen bekannt, VW könnte bis zu 40 Milliarden Euro für den Schaden ausgeben. Das wäre deutlich mehr als die 6,5 Milliarden Euro, die bereits zurückgestellt wurden. Und auch die Deutsche Bank blickt der Aktie skeptisch entgegen. Am Mittwoch stufte der Analyst Tim Rokossa die Aktie herunter: Von „Kaufen“ auf „Halten“. Dabei warnte er, dass das volle Ausmaß dieser Krise noch nicht absehbar sei.

Fazit

Geht es nach den Investoren, scheint der Einstieg in die VW Aktie lohnenswert zu sein. Wer sich jedoch auf die Warnungen der Analysten verlässt, sollte die Aktie wohl lieber ignorieren.

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