Lange Wartezeiten auf eine fachärztliche Beratung? Darüber klagen vor allem viele Kassenpatienten. Mit diesen Tipps & Tricks lässt sich die Wartezeit auf einen Arzttermin deutlich verkürzen! 

Kassenpatienten müssen länger warten

Fakt ist: Wer einen Termin beim Facharzt vereinbaren möchte, braucht Geduld. Insbesondere gesetzlich Versicherte müssen nach dem Ergebnis stichprobenartiger Telefonbefragungen oftmals längere Wartezeiten für einen Arzttermin in Kauf nehmen als Privatversicherte. Der Grund? Privatpatienten werden bei der Terminvergabe nicht selten bevorzugt, da sie dem Mediziner mehr Geld einbringen.

Wo müssen Patienten am längsten auf die Behandlung warten? Wer einen Termin beim Augenarzt vereinbaren möchte, muss sich oftmals bis zu drei Monate gedulden. Beim Gynäkologen müssen aufgrund vieler überlasteter Praxen auch Wartezeiten von vier Monaten einkalkuliert werden.
Spitzenreiter in Sachen Wartezeit sind jedoch die Fachärzte für Erkrankungen der Gelenke und Knochen: Orthopäden lassen die Kassenpatienten schon einmal ein halbes Jahr auf den Arzttermin warten.

Wartezeit für den Arzttermin verkürzen – so geht’s!

Monatelang auf einen Behandlungstermin warten? Das müssen Kassenpatienten nicht hinnehmen. Mit diesen Tipps lässt sich die Wartezeit auf den Arzttermin verkürzen:
  • Beschwerde bei der Krankenkasse: Wird der Patient trotz des akuten Behandlungsbedarfs zurückgewiesen, kann die Beschwerde bei der Kasse hilfreich sein. Diese kontaktiert die Praxis direkt, woraufhin der Arzttermin meist auch vorgezogen werden kann.
  • Stoßzeiten vermeiden: Wer um einen Arzttermin am Vor- oder Nachmittag bittet, der vermeidet Stoßzeiten und kommt so schneller an einen Termin beim Facharzt.
  • Notfall ankündigen: Informiert der Patient die Sprechstundenhilfe unmittelbar bei seinem Anruf über akut auftretende Schmerzen oder eine bestehende Atemnot, gilt er als Notfall und darf nicht abgewiesen werden. Wichtig: Keinesfalls sollte jedoch ein Notfall vorgetäuscht werden!
  • Hausarzt konsultieren: Hat ein Patient Schwierigkeiten, einen Arzttermin zu bekommen, kann der Hausarzt eine Hilfe sein: Ruft nämlich dessen Sprechstundenhilfe direkt beim Facharzt an, lässt sich oft schneller ein Termin vereinbaren.
  • Flexibilität versichern: Wer der Sprechstundenhilfe versichert, bei einer Absage durch einen anderen Patienten zeitlich flexibel einspringen zu können, hat gute Chancen auf einen baldigen Anruf der Praxis.

Lange Wartezeiten vermeiden: Was hilft noch?

Berater Tipp
Gut zu wissen: Oftmals steht den Versicherten auch ein Terminservice der Krankenkassen zur Verfügung, mithilfe dessen sich freie Arzttermine online buchen lassen. Dieser Service der Krankenkassen, der mittlerweile für viele Städte gilt, soll die Wartezeit auf einen Arzttermin drastisch senken und gewährleisten, dass Patienten innerhalb von maximal vier Wochen einen Termin beim Augenarzt, Kardiologen & Co. bekommen.

Tipp: Wer trotz allem keinen Termin bekommt und dennoch nicht unnötig auf die Behandlung warten möchte, der kann die Kosten für einzelne Behandlungen selbst tragen. Oftmals lässt sich mit der Krankenkasse auch aushandeln, dass bestimmte vom Patienten im Voraus bezahlte Leistungen später anteilig zurückerstattet werden. Die einstweilige Kostenübernahme lohnt sich insbesondere bei der Psychotherapie, da diese in den meisten Fällen komplett von den Kassen übernommen wird.

Video: Kassen- oder Privatpatient – Wer ist besser dran? | 45 Min | NDR

Lange Wartezeit auf einen Arzttermin – das muss nicht sein!

Das mitunter monatelange Warten auf fachärztliche Beratung ärgert viele Kassenpatienten. Zu Recht! Im Schnitt müssen gesetzlich Versicherte länger auf einen Behandlungstermin warten als Privatpatienten. Es gibt jedoch einige gute Möglichkeiten, die Dinge in der Arztpraxis effektiv zu beschleunigen – nicht nur im Notfall.

Titelbild: ©iStock – Visivasnc