Immer mehr Banken kombinieren ihre Griro-und Kreditkarten mit einem sogenannten NFC-Chip. Damit ist es den Bankkunden möglich, kontaktlos zu bezahlen, doch wie sicher ist das funkende Bezahlsystem?

Kontaktlos Bezahlen, welche Risiken stecken dahinter?

Menschen, die innovativen Neuerungen aufgeschlossen gegenüberstehen, sind von der Möglichkeit mittels NFC-Chip (Near Field Communication) bargeldlos und zudem kontaktlos bezahlen zu können sicherlich begeistert.

Mit den neuen Giro-und Kreditkarten können auf diese Weise Einkäufe bis 25 Euro schnell und bequem an der Kasse bezahlt werden. Dazu muss die Karte nicht einmal in das Auslesegerät gesteckt und die Geheimnummer (PIN) umständlich eingegeben werden. Es genügt, wenn die Giro- bzw. Kreditkarte nahe genug an das entsprechende Lesegerät gehalten wird. Das soll sogar funktionieren, wenn sich die Karte noch im Portemonnaie befindet. Wichtig ist nur, dass der NFC-Chip in den Empfangsbereich des Auslesegerätes gelangt. Wurde der Betrag abgebucht, ertönt an der Kasse ein akustisches Signal.

Die NFC-Technologie ist mittlerweile auch als Smartphone App erhältlich, sodass auch ohne Karte bezahlt werden kann, indem kleine Datenmengen an das Empfangsgerät an der Kasse übertragen werden. Aber gerade hier, so befürchten Kunden und Verbraucherschützer birgt das kontaktlos Bezahlen Risiken.

Video: So könnt ihr NFC-Tags im Alltag nutzen – HELP – 4K

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Wie weit reichen die Funkwellen des NFC-Chips?

Das NFC-Bezahlsystem basiert auf der Übertragung von Funkwellen. Somit stellt sich die Frage, ob es eventuell möglich ist, dass die Karte mit dem Einkauf eines anderen Kunden belastet wird. Diesbezüglich durchgeführte Laboruntersuchungen haben ergeben, dass die Funkwellen bei idealen Bedingungen bis zu einem Meter übertragen werden. Ist damit der Nachweis erbracht, dass kontaktloses Bezahlen mit Risiken verbunden ist?

Laut der Aussage von Experten ist die Reichweite der Funkwellen durch das Lesegerät an den Kassen erheblich eingeschränkt. Nur wenn sich die Chip-Karte wenige Zentimeter vor dem Auslesegerät befindet, kann die Karte identifiziert und der Einkauf registriert werden. Verbraucherschützer reicht das als Sicherheit aber nicht aus. Sie befürchten, dass auf dem NFC-Chip weitaus mehr Daten gespeichert werden, als für den Bezahlvorgang notwendig sind.

Welche Daten werden auf dem NFC-Chip tatsächlich gespeichert?

Laut dem deutschen Bankenverband handelt es sich beim kontaktlosen Bezahlen mittels Chip-Karte oder Smartphone um das zurzeit sicherste digitale Bezahlsystem. Dennoch ist fraglich, welche Daten tatsächlich auf dem Chip gespeichert werden.

In den letzten Monaten haben sich die Medien verstärkt mit dem Thema Datenschutz beim digitalen Einkauf beschäftigt. So konnte festgestellt werden, das vor allem große internationale Konzerne gerne ihre Kunden in gewisser Weise ausspionieren, um so etwas über deren Kaufverhalten und Käuferpotenzial zu erfahren. Einen wirklichen Einblick über die tatsächlich gespeicherten Daten erhält der Kunde bis jetzt nicht. Das wirft die Frage auf, ob kontaktlos bezahlen mit Risiken im Datenschutzbereich verbunden ist.

Kontaktlos Bezahlen ist sicher, könnte aber Datenschutzrechte verletzen

Berater Tipp
Das digitale Bezahlsystem mittels NFC-Technologie hat sich bisher als sicher erwiesen. Die Wahrscheinlichkeit des Missbrauchs von Giro-oder Kreditkarten beim Bezahlen mittels NFC-Chip ist nahezu unmöglich. Selbst wenn sich jemand in unmittelbarer Nähe zur fremden Chip-Karte aufhält (Aufzüge, Rolltreppen, Warteschlangen), ist ein Missbrauch ausgeschlossen. Der Chip wird nämlich erst dann aktiviert, wenn sich ein Lesegerät in wenigen Zentimeter Abstand befindet.

Welche Daten beim Bezahlen gespeichert werden, kann der Kunde auf dem Smartphone aber nicht sehen. Hier sind die Datenschutzbeauftragten der Bundesregierung aufgefordert Lösungen anzubieten.

Titelbild: ©istock.com – Cineberg