Das anhaltend niedrige Zinsniveau in Deutschland hat dazu geführt, dass sich immer mehr Privatanleger für den Börsenhandel interessieren. Während früher dafür eine jahrelanges Studium erforderlich war, kann heute jede volljährige Person an der Börse Handel betreiben. Doch wer erfolgreich am Börsengeschehen teilnehmen möchte, der sollte zumindest mit dem notwendigsten Fachbegriffen wie den Deutschen Aktienindex (DAX) vertraut sein. 

Kein Buch mit sieben Siegeln

Die meisten Menschen haben den Begriff DAX beispielsweise in den Nachrichten schon einmal gehört. Jedoch wissen nur die wenigsten, was unter dem DAX eigentlich zu verstehen ist. Dabei kann der DAX einfach erklärt werden. Der DAX lässt sich am einfachsten mit der deutschen Bundesliga vergleichen, in der die besten Fußballvereine jedes Jahr um die Meisterschaft kämpfen. Allerdings geht es beim DAX nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um wirtschaftliche Erfolge.

 

Beim DAX handelt es sich um einen im Jahr 1988 von der Deutschen Börse eingeführten Leitindex. Dieser erfasst die Wertentwicklung der 30 umsatzstärksten deutschen Unternehmen, die an der Wertpapierbörse in Frankfurt am internationalen Aktienhandel teilnehmen.

Zu den 30 Unternehmen, die im DAX aufgeführt werden gehören :

        • Adidas
        • Allianz
        • BASF
        • Bayer
        • Beiersdorf
        • BMW
        • Commerzbank (wird ersetzt durch Wirecard)
        • Continental
        • Daimler
        • Deutsche Bank
        • Deutsche Börse
        • Deutsche Post
        • Deutsche Telekom
        • E-ON
        • Fresenius

        • Fresenius Medical Care
        • Heidelberg Cement
        • Henkel VZ
        • Infinion Technologies
        • Linde
        • Lufthansa
        • Merck
        • Münchner Rück
        • ProSiebenSat1 Media
        • RWE
        • SAP
        • Siemens
        • Thyssen Krupp
        • Volkswagen VZ
        • Vonovia

    Video: Was ist der DAX? Aktienindex einfach erklärt! | Finanzlexikon

     

    Harte Zeiten für DAX Unternehmen

    Ob ein Unternehmen Mitglied im DAX wird, hängt vor allem von drei Faktoren ab:

    1. Börsenwert
    2. Handelsumsatz
    3. Liquidität

    Hört sich kompliziert an, doch können die Voraussetzungen für eine Aufnahme im DAX einfach erklärt werden. Will ein Unternehmen dem DAX beitreten, erfolgt zunächst eine Wertermittlung. Dabei wird die Zahl aller Unternehmensaktien sowie deren Aktienkurs ermittelt, die an der Börse aktuell gehandelt werden. Aus diesen Daten wird dann die sogenannte Marktkapitalisierung beziehungsweise der Börsenwert festgelegt. Belegt der so berechnete Börsenwert als auch der ermittelte Handelsumsatz des Unternehmens den 25 Platz innerhalb des deutschen Wirtschaft- und Finanzmarktes, wird das Unternehmen als neues Mitglied aufgenommen. In diesem Fall steigt das schwächste DAX-Unternehmen ab und wird durch das neue Wirtschaftsunternehmen ersetzt. Dieses Schicksal hat Ende 2018 die Commerzbank ereilt, die ihren Platz dem erfolgreicheren Unternehmen Wirecard überlassen musste.

    Berater TippDer DAX als Messinstrument der deutschen Wertpapierbörse.

    Die Funktion des DAX kann einfach erklärt werden. Dadurch, dass im DAX die 30 erfolgreichsten und wertvollsten Unternehmen gelistet sind, besteht die Möglichkeit, die positiven beziehungsweise negativen Entwicklungen der Aktiengesellschaften problemlos zu ermitteln. Das bedeutet, der DAX dient als Indikator hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Steigt der DAX in seinem Index, so geht es auch den DAX-Unternehmen wirtschaftlich gut. Sinkt jedoch der Index, so ist davon auszugehen, dass vor allem kleinere Unternehmen Probleme haben oder bekommen werden.

    Schwere Zeiten für DAX-Unternehmen

    Die aktuell unruhige weltpolitische Lage sowie die drastische Senkung des Leitzinses in Europa auf 0,0 Prozent macht das Überleben als Dax-Unternehmen zu bestehen zunehmend schwerer. Das Schicksal der Commerzbank ist somit unter Umständen kein Einzelfall, zumal die Banken aufgrund des niedrigen Zinsniveaus mit der Vergabe von Darlehen auf Dauer kein Geld mehr verdienen. Mittlerweile hat sich der DAX als Messinstrument der Frankfurter Börse etabliert und wird in der Internationalen Finanz-und Wirtschaftswelt genauestens beobachtet.

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