Bei der langfristigen Geldanlage scheint es insbesondere in der Niedrigzinsphase kaum eine erfolgreiche langfristige Anlagestrategie zu geben, die ohne Aktien auskommt. Denn Untersuchungen haben ergeben: Die Aktienrendite schlägt im Schnitt die Festverzinslichen um Längen. Dennoch gibt es immer wieder Phasen, bei denen Anleger auch mit angeblich sicheren Aktien verlieren. Wer an den Höchstkurs von knapp über 100 Euro denkt und den jetzigen Kurs von 15,10 Euro sieht, der erschrickt. Vollkommen zu Recht: Haben die Anleger doch weit mehr als 80 Prozent des eingesetzten Kapitals verloren. Deshalb ist es interessant zu erfahren: Wie kann der Super-Gau – also eine Kernschmelze an den Finanzmärkten – entstehen?

Der erste Schritt: Magier und Börsengurus meinen die Gesetze der Mathematik aufzuheben

Dieser erste Schritt ist eher ein schleichender, unsichtbarer Vorgang. In normalen Phasen und vor einer Übertreibung bzw. Blase gelten für Aktien ähnliche Bewertungsmaßstäbe und Orientierungen wie für andere Geldanlagen auch: Die Dividendenrendite ist ein Hinweis auf – hoffentlich – erfolgende jährliche bzw. quartalsweise Auszahlungen von Gewinnbeteiligungen.

Analysten vergleichen den Aktienkurs multipliziert mit der umlaufenden Stückzahl (die sog. Marktkapitalisierung) mit Substanzwerten wie Fabriken, Produkten oder Marktanteilen oder einem weltweiten Markenwert (wie beispielsweise bei Coca-Cola oder Nestlé). Die Öffentlichkeit gewöhnt sich an steigende Kurse, das Interesse an Aktienanlagen steigt. Und nun kommen die Magier und selbsternannten Börsengurus: Sie meinen die Gesetze der Geldanlage aufheben zu können. Die Börsencrash Ursache ist dann, dass kleine Unternehmen oder neue Technologien in sehr hohen Tönen gelobt werden. Die Nachfrage zieht an, die Kurse steigen. Aber irgendwann stellt sich zum Leidwesen der Anleger heraus: Die Kurse stagnieren, die ersten Anleger springen ab. Aber warum nur?

Der zweite Schritt: Die Menschen träumen vom einfachen, schnellen Geld

Im Wirtschaftsteil der Tageszeitung, Wochenmagazinen oder auch Börsenbriefen werden die ersten Beispiele genannt von Firmen, die binnen wenigen Jahren selbst Kleinaktionäre zu Millionären gemacht haben. Jeder möchte dann die Verdreifachung des Kapitals in nur zwei oder drei Jahren selbst erleben und das Geld vereinnahmen.

Berater Tipp
Dabei wird die Analyse der Wertigkeit vergessen: Die Menschen kaufen einfach alles, was zur jeweiligen Branche gehört. Egal ob die jeweilige Firma nun gut arbeitet (und Gewinn erwirtschaftet) oder von Quartal zu Quartal noch mehr in Schulden versinkt.

Anfang der 2000er-Jahre waren dies die Firmen der New Economy. Später wurde diese Zeit lediglich als Internet-Blase (dot.com-Blase) bezeichnet. Anlegerinnen und Anleger, die rechtzeitig ausgestiegen sind, konnten tatsächlich Werte schaffen. Wer zu spät ausstieg, der verlor Geld. In den 2010er-Jahren waren es dann Aktien mit erneuerbaren Energien – mit denen Anleger Geld verloren. Oder die Überreste der früher als Witwen- und Waisen-Papiere empfohlenen Versorger, mit denen Milliarden verloren worden sind.

Inzwischen sind es die Aktien von neuen Mobilitätsformen und Autoantrieben, die die Menschen faszinieren. Ob Tesla & Co. jemals Gewinn erwirtschaften werden? Niemand weiß es. So warnt die renommierte Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Tesla 8.000 Dollar pro Minute verbrennen würde stößt im Moment aber auf taube Uhren. Diese Euphorie sowie Gläubigkeit an neue Unternehmen wird dann im nächsten Schritt zu einer Börsencrash Ursache.

Der dritte Schritt: Kreditfinanizierung und kalte Füße als Börsencrash Ursache

Die Märkte überhitzen, überall ist von Aktien und dem schnellen Geld die Rede.

Selbst Menschen, die sich eigentlich überhaupt nicht mit Mathematik oder Geldanlage befassen, möchten am schnellen Reichtum teilhaben. Die großen Aktiengesellschaften mit weltweiten Marktanteilen steigen zwar langsamer als die „Spezialitäten“, werden aber dennoch teurer. Börsenprofis, Marktbeobachter und auch Investment-Fonds beginnen ihr Grundkapital zu hebeln. Und das geht so: Das Depot wird mit 60 % bis 70 % des aktuellen Börsenwertes beliehen, Aktien werden auf Kredit gekauft. Nun muss die Geldanlage aber immer mehr einbringen als die Höhe der Zinsbelastung. Ansonsten gibt es rote Zahlen. Und dann werden die Märkte immer instabiler. Jetzt reicht eine kleine Ursache innerhalb der Märkte oder von außerhalb. Und schon beginnen die Kurse zu fallen. Manche Investoren möchten Gewinne sichern und vorgegebene Limits tun ihr Übriges zur Beschleunigung des Abwärtstrends. Da in diesem Moment aber alle Käufer auf noch günstigere Einkaufskurse warten, setzt sich eine Spirale in Gang.
Die Börsencrash Ursache ist dann: Fremdfinanzierung und irgendein negatives Ereignis, was die Zukunft dunkler erscheinen lässt.

Video: Konjunktur – einfach erklärt!

Trotz Börsencrash Ursache: Die Aktienanlage kann sinnvoll bleiben

Das Szenario steigender und dann plötzlich fallender Kurse klingt vollkommen zu Recht dramatisch. Allerdings fallen die Kurse in einer Abschwungphase oftmals nicht so weit, dass alle Anleger Verluste erleiden. Die neue Euphorie oder der neue Konjunkturaufschwung beginnt dann auf einem höheren Niveau als fünf bis sieben Jahre zuvor (das klassische Konjunkturzyklus-Modell der Wirtschaftswissenschaften).

Anleger sollten deshalb das Risiko in unterschiedliche Branchen und Regionen aufteilen und könnten dann mit der Aktienanlage durchaus sehr erfolgreich sein. Das investierte Geld sollte aber im Notfall noch ein bis zwei Jahre liegen können bis sich die Kurse erholt haben. Denn so plötzlich und unerwartet für die meisten Menschen die Börsencrash Ursache kommt so schnell ist sie auch wieder weg. Und die Kurse setzen die Aufwärtsbewegung fort, so dass bei den großen Aktien meist nur eine Wachstums- oder Kursdelle bleibt. Nur diejenigen verlieren dauerhaft Geld die auf zweifelhafte kleine Aktien eines hippen oder Trend-Marktes gesetzt haben.

Titelbild: ©iStock.com – Gearstd