Lange Zeit wähnten sich klassische Vermögensverwalter auf der sicheren Seite. Keine Gefahr schien ihnen durch webbasierte Angebote zur Wertschöpfung und Verwaltung von Vermögen zu drohen. Doch nun stehen alle Anzeichen auf Wandel.

Zumindest wenn es nach Ansicht von Vermögensverwaltern wie True Wealth geht. Der unabhängige Vermögensverwalter hat erst vor wenigen Tagen Ergebnisse einer Umfrage unter der schweizerischen Bevölkerung veröffentlicht. Befragt wurden 500 Personen. Die Studie kam dabei zu dem Ergebnis, dass nur noch etwa jeder vierte Schweizer den Mitteln und Wegen der klassischen Vermögensverwaltung vertraut, jeder achte aber bereit ist, komplett auf webbasierte Online-Vermögensverwalter umzusteigen.

Vorzüge auf Seiten der Online-Verwalter

Im Gegensatz zu herkömmlichen Vermögensverwaltern bestechen die Anbieter im weltweiten Web besonders durch ihre Transparenz. So ist es auch ein vergleichsweise Einfaches zwischen den einzelnen Anbietern einen aussagekräftigen Vergleich zu stellen. Aber auch die Möglichkeit Anlagestrategien schnell und gut zu optimieren, ohne lange Rücksprachen zu halten und trotzdem in der Gewissheit objektive Tools zur Verfügung zu haben ist ein Argument, das mehr und mehr Gehör findet. Besonders junge Menschen wären deutlich stärker bereit einer Online-Vermögensverwaltung zu vertrauen als dem klassischen Anlageberater. Zu viel negative Presse und zu viele schlechte Erfahrungen haben sich im Rahmen der vergangenen Finanzkrisen angesammelt.

Allerdings könnten die Umfragewerte der Studie sicherlich besser sein. Auch wenn True Wealth sie in der eigenen Presseveröffentlichung recht euphemistisch auswertet, scheint doch noch immer der Hauptteil der Anleger auf dem menschlichen Berater zu setzen. Viel größer allerdings ist das Potential zu neuer Kundschaft unter den Befragten, die angaben zu wenig zu verdienen. Grade dieser Teil der Bevölkerung ist das Kundensegment, auf welches Vermögensverwalter, ob nun analog oder webbasiert, ihr Augenmerk richten sollte und sicherlich auch in Zukunft rechnen werden. Denn dies ist der meist noch junge Teil der Bevölkerung, die gerade erst Universität oder Ausbildung beendet haben. Hier schlummert immenses Potential, zu mal der Trend wieder eher zu einem sparsamen Verhalten – und somit auch zur Ansammlung von Vermögen – zurückgeht.

Video: Wie funktioniert eine Vermögensverwaltung?

Persönlicher Kontakt als maßgebliches Argument

Wichtig ist jedoch auch für die webbasierten Anbieter Vertrauen zu schaffen. Viele Kunden befürchten, dass ihre Daten bei einem Anbieter im Internet einfach nicht so sicher ist, wie beim Anlageberater bei der Bank. 70 Prozent der von True Wealth befragten gaben an, dass Sicherheit ein wichtiger Aspekt sei. Hingegen sehen nur 23 Prozent Performance-Analysenals wichtig an. Grade mit dieser transparenter Darstellung aber können sich webbasierte von herkömmlichen Vermögensverwaltern abheben. Allgemein sollte sich aber jeder potentielle Neukunde oder Umsteiger vor Augen führen:

Auch hinter den Anbietern im Web steht immer eine Depotbank.

Berater Tipp
Schlussendlich lässt sich aus der Studie folgern, dass der letzte Tag der klassischen Vermögensverwaltung noch nicht angebrochen ist. Denn auch die Umfrage unterstreicht, dass 44,2 Prozent der Befragten der Kontakt zum persönlichen Berater sehr wichtig ist. Wie jedoch zu erwarten liegt der Hauptteil derjenigen, die so antworteten im Alterssegment von 50 Jahren (und mehr) deutlich höher (56,4 Prozent), als im zukünftig wichtiger werdenden Alterssegment der 18 bis 29 Jährigen (29,7 Prozent). So die breit vertretenen, allerdings weitestgehend unbegründeten, Sorgen aus der Welt geschafft werden können, rückt das Ende des persönlichen Vermögensverwalters in sichtbare Nähe.

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