Die Sterbegeldversicherung gehört grundsätzlich zur Gruppe der Lebensversicherung, auch wenn sie für die Absicherung der Beerdigungskosten gedacht ist. Lohnt es sich aber wirklich, eine solche Versicherung abzuschließen?

Die Sterbegeldversicherung weist viele Unterschiede in der Qualität auf

Die Sterbegeldversicherung ist eine eher unbeliebte Versicherung.  Trotzdem weisen Finanzvermittlungen ihre Kunden immer wieder darauf hin, wie wichtig die Absicherung der Hinterbliebenen im Hinblick auf die Kosten für die eigene Bestattung ist. Grundsätzlich ist das richtig, denn eine klassische Beerdigung ohne viele außergewöhnliche Kosten bringt schon Kosten in Höhe mehrerer tausend Euro mit sich. Diese Kosten fängt die Sterbegeldversicherung auf, indem sie ihre Leistungen im Todesfall der versicherten Person erbringt und so für die Verwandten keine Kosten im Hinblick auf die Bestattung übrig lässt.

In diesem Zusammenhang wird die Sterbegeldversicherung regelmäßig von der Stiftung Warentest genau unter die Lupe genommen. Weil diese Versicherungsart schon seit Jahren stark in der Diskussion ist und als zu teuer und auch wenig kundenfreundlich deklariert wird, hat die Stiftung sich diesem Versicherungsprodukt wieder einmal angenommen. Dabei wurden starke Unterschiede herausgearbeitet und immerhin drei Tarife erachtet die Stiftung Warentest in diesem Bereich der Versicherungsprodukte als empfehlenswert. Grundsätzlich schneiden die Debeka wie auch der HDH und der SDK als empfehlenswerte Anbieter in diesem Versicherungsbereich ab. Neben der Empfehlung, die Tarife der Sterbegeldversicherungen im Hinblick auf Beiträge und Leistungen genau zu vergleichen, empfiehlt die Stiftung Warentest, dass sich diese Versicherungsform grundsätzlich für jüngere Menschen lohnt.

Entscheidet sich eine Person mit 65 Jahren oder in noch höherem Alter für den Abschluss, wird dieser Versicherungsschutz überdurchschnittlich teuer – was natürlich mit dem hohen Risiko im Vergleich zu relativ kurzen Beitragszeiten für die Versicherungen zusammenhängt. Weitere Informationen dazu finden Sie in diesem Testbericht von Öko Test.

Die Funktionsweise der Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist grundsätzlich eine Kapitallebensversicherung, die in kleinem Rahmen angelegt ist. Der Kunde legt hier quasi Geld für die eigene Bestattung an. Im Falle des Versterbens der versicherten Person wird die zuvor vertraglich vereinbarte Versicherungssumme – unabhängig vom Sterbezeitpunkt – an die Hinterbliebenen ausbezahlt. In den Sparanteil fällt bei dieser Versicherungsform nur ein relativ geringer Anteil.

Der Großteil der Beiträge fließt in den Risikoschutz – ähnlich einer Risikolebensversicherung – sowie natürlich in die Verwaltungskosten, die die Gesellschaft abdecken muss. Wichtig für den Versicherungsnehmer ist, dass die vereinbarte Versicherungssumme garantiert ab dem Abschluss des Vertrages im Todesfall zur Auszahlung kommt – egal, wie lange die Beitragszeit war und wann der Tod eintritt. Der Schutz der Versicherung greift ab dem Vertragsabschluss bis zum Lebensende. Das erklärt auch, warum die Sterbegeldversicherung gerade für relativ alte Menschen sehr teuer werden kann. Beim Verhältnis der Beiträge im Vergleich zu den Leistungen ist die Stiftung Warentest eher kritisch gegenüber diesem Versicherungsprodukt eingestellt.

In diesem Test werden Kosten und Beiträge der Tarife sowie die Verbraucherfreundlichkeit der Versicherungsbedingungen begutachtet und dazu ein Vergleich zur Risikolebensversicherung umgesetzt. Genau das sollten Verbraucher vor dem Abschluss der Versicherung auch tun oder sich auf die Ergebnisse der Stiftung Warentest stützen, wenn es um die Entscheidung für einen Anbieter geht. Immerhin konnten die drei oben genannten Anbieter alle Kriterien erfüllen, die die Stiftung Warentest auch hier begutachtet und für kundenfreundlich bewertet hat.

Video: ARD – Sterben ist teuer geworden

Welche Empfehlungen gibt die Stiftung Warentest im Hinblick auf die Sterbegeldversicherung?

Generell gibt es empfehlenswerte Tarife (siehe Vergleich: Sterbegeldversicherung.org) , die auch von der Stiftung Warentest als sinnvoll und kundenfreundlich erachtet werden. Dabei sollte Kunden aber auch bei den empfehlenswerten Anbietern darauf achten, dass nicht jede Gesellschaft für jeden Kunden den idealen Tarif anbietet. Ein Anbieter verzichtet auf Gesundheitsfragen, was gerade für ältere Antragsteller sinnvoll ist. Anstelle dessen muss der Antragsteller aber dann mit einer Wartezeit rechnen, bevor der Versicherungsschutz greift. Damit kann es sein, dass ein kranker Versicherungsnehmer höheren Alters zwar problemlos einen Versicherungsschutz bekommt, dafür aber innerhalb von drei Jahren keine Leistungen im Todesfall erhält.

Berater Tipp
Jüngere Antragsteller müssen hier wiederum auch noch mit einer Wartezeit von sechs Monaten rechnen. Bis 65 Jahren können Versicherungsnehmer bei guter Recherche der Tarife hier noch einen guten Sterbegeld-Versicherungsschutz erlangen. Ab einem Alter von 65 Jahren rät die Stiftung von dieser Versicherungsform ab, denn das Risiko für die Gesellschaften ist sehr hoch, was wiederum zu einem sehr teuren Versicherungsschutz für den Versicherungsnehmer führt.Für Versicherungsnehmer ab 65 Jahren empfiehlt die Stiftung die Alternative, eine Risikolebensversicherung mit günstigerem Beitrag und niedriger Versicherungssumme, die zudem im Laufe der Vertragsdauer fällt, zu vereinbaren, die Differenzbeträge, die zu der Sterbegeldversicherung entstehen, dann in einer Sparanlage – beispielsweise ein Tagesgeldkonto – anzulegen. So steigt die Summe für das Ersparte, während die Versicherungssumme für die Sterbegeldversicherung sinkt.

Besonders günstig ist der Abschluss in jungem Alter, während der Abschluss ab 65 Jahren sehr teuren Versicherungsschutz mitbringt. Aber auch hier gibt es immer eine Lösung, um mit einem Versicherungsvertrag in Kombination mit einer Geldanlage noch zu einem soliden Geldbetrag für die eigene Bestattung zu kommen.

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