Wie sinnvoll ist Gold als Wertanlage in der heutigen Zeit? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Persönliche Erwartungen sind deutlich mit dieser Investment-Form verbunden.

Keine Option für hohe Rendite

Finanzexperten betonen, dass Gold als Wertanlage nicht für eine hohe Rendite geeignet ist. Wer sich jedoch vor einem Währungscrash oder Totalverlust anderer Geldanlagen fürchtet, kann einen Teil des Vermögens in physisches Gold anlegen. Goldreserven in Form von Goldbarren oder Goldmünzen sind jedoch beschränkt und so zeichnet sich Gold als Wertanlage hauptsächlich durch einen Sachwert aus.

Da sich diese Geldanlage häufig in entgegengesetzter Richtung zum Aktienmarkt wandelt, lassen sich Schwankungen leichter ausgleichen. Ähnlich wie bei anderen Handelswaren ist es auch bei Gold üblich, dass der Preis durch ein Angebots-Nachfrage-Verhältnis ausgeglichen wird. Doch im Gegensatz zu anderen Wertanlagen ist Gold als natürlicher Rohstoff nicht beliebig vorhanden. Kann eine hohe Nachfrage an Gold durch Recycling nicht kompensiert werden, steigt der Preis automatisch an.

Gold ist keine konstante Wertanlage

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Rohstoff regelmäßigen Schwankungen unterworfen ist. Hier gibt es einige Entwicklungen in der Übersicht:

  • 1970er/1980er: Anleger befürchteten hohe Inflation in Industrieländern; Goldpreis stieg auf 850 Dollar je Feinunze an; Höchstpreise von 1979 bis 1983
  • ab 2008: Befürchtungen um Zusammenbruch des Finanzsystems und Schuldenkrise in Europa; Goldpreis erhöhte sich auf 1.800 Dollar je Feinunze
  • 2018: Goldpreis erlebt Tief; Goldpreis beträgt 1.224 US-Dollar je Feinunze
Berater Tipp
Diese Zahlen belegen, dass sich Krisenzeiten immens auf den Goldpreis auswirken. Allerdings bedeutet diese Entwicklung nicht, dass Gold auf Dauer stets höhere Renditen verspricht. Da der Rohstoff weder Zinsen noch Dividenden liefert, orientieren sich Renditen an der Preisentwicklung.

Gold als Wertanlage eignet sich nur bedingt zur Risikostreuung

Finanzexperten betonen, dass Gold nicht als Einzelinvestment geeignet ist. Uneinigkeit herrscht hingegen über die Frage, wie hoch der Anteil an Gold für die eigene Geldanlage sein sollte. Einige Spezialisten empfehlen 5, andere 25 Prozent des Vermögens. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der goldenen Mitte – sprich einem Wert von 10 bis 15 Prozent. Insbesondere für Anleger mit dem Wunsch nach einer Risikostreuung ist eine Goldanlage eine interessante Option. Da sich Gold gegensätzlich zu Aktien entwickelt, sind höhere Verluste weitgehend ausgeschlossen. Statistiken belegen, dass das eigene Hab und Gut durch eine geringe Beimischung von Gold schwankungsfester erscheint. Allerdings sollten Anleger nicht zuviel erwarten, da sich der Effekt in Grenzen hält.

Video: Gold kaufen: Ist es 2018 sinnvoll in Gold zu investieren?

Fazit – regelmäßiges Umschichten ist nicht jedermanns Sache

Gold ist eine interessante Anlageform, die sich jedoch nur in begrenzter Form als Wertanlage eignet. Als Ausgleich zu Schwankungen der Aktienkurse bietet Gold jedoch eine interessante Alternative. Grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, das eigene Anlage-Portfolio regelmäßig umzuschichten, indem der Goldanteil stets 10 Prozent des Aktienanteil angepasst wird. Doch auch dieser Schritt ist mühsam und stets mit Transaktionskosten verbunden. Deshalb ist Gold als Wertanlage ein Luxus, dessen Investition klar durchdacht sein sollte.

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