Sicherheit ist das oberste Gebot bei privaten Geldanlagen. Bei der aktuellen Wirtschaftssituation ergibt sich das klassische Dilemma der privaten Investoren mit der Frage: „Wohin mit dem Geld?“

Früher angestaubt und „uncool“, heute wieder interessant – der Bausparvertrag

Seit 2014 verzeichnen die deutschen Börsen einen erheblichen Rückgang im Bereich der sogenannten Hebelprodukte und Anlagezertifikate. Doch welche Alternativen stehen zur Verfügung? Zur Zeit sind die Guthabenzinsen speziell bei Sparbüchern kaum der Rede wert. In der Regel decken sie noch nicht einmal die Inflationsrate. Daher sind Sparbuch und Girokonto für die meisten Privatanleger keine echte Option.

Hingegen ist der Bausparvertrag wieder in das Interesse deutscher Anleger gerückt. Eine vom Verband der Privaten Bausparkassen (vdpb) in Auftrag gegebene Studie belegt, dass mittlerweile rund 37 Prozent ihr Geld in Bausparverträge anlegt. Diese Entwicklung hat gute Gründe:

* Niedrige Darlehnszinsen werden für die Zukunft gesichert
* Anlegeform ohne Risiko aufgrund hoher Stabilität
* Staatliche Zulagen (unter anderem Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmerzulage) erhöhen die Attraktivität
* Bonuszinsen, wenn das Darlehn sieben Jahre lang nicht benötigt wird

Vor allem für die Altersvorsorge kann ein Bausparvertrag bei den unsicheren Renten eine gute Investition sein. Zumal die eigenen vier Wände im Alter ein gutes Ruhekissen bieten.

Welche Vorteile bietet das Bausparen?

Wer denkt, ein Bausparvertrag dient nur dem Kauf einer Immobilie oder dem Bau eines Hauses, der irrt. Die Summe aus dem Bauspardarlehen kann auch für andere Zwecke wie zum Beispiel für Umbau, Renovierung oder Modernisierung eines Objekts genutzt werden. Näheres ist in §§ 1ff. BauSparkG geregelt.

Welche Vorteile bietet also ein Bausparvertrag?

* Sichere und stabile Geldanlage
* Guthaben stehen auch kurzfristig zur Verfügung
* Niedriges Zins-Niveau bleibt erhalten
* Anschlussfinanzierung ist möglich
* Sonderzahlungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung
* Möglichkeit staatlicher Förderungen und eventuell eine Unterstützung durch den Arbeitgeber

Unter Beachtung aller Aspekte scheint der Bausparvertrag tatsächlich eine lohnende Anlagemöglichkeit zu sein. Ist das wirklich so oder gibt es einen Haken?

Achtung: Bausparkosten und Gebühren im Auge behalten

Für die Altersvorsorge ist der Bausparvertrag eine wirklich interessante Alternative. Wird der Sparvertrag allerdings nur aus Gründen der hohen Guthabenverzinsung abgeschlossen, sollten vorher einige Kosten beachtet werden. Bei den meisten Bausparverträgen werden Abschlussgebühren bis zu 1,60 Prozent der Bausparsumme verlangt. Zuzüglich fallen oft Jährliche Kontoführungsgebühren an. Der Sparvertrag beginnt somit im Minus.

Berater Tipp

Der Ausgleich des Minus erfordert in der Regel mehrere Jahre. Da erst nach etwa sechs Jahren mit einem Zinsertrag zu rechnen ist, eignet sich der Bausparvertrag wenn überhaupt nur als langfristige Investition. Bausparverträge sind insbesondere für junge Menschen unter 25 Jahren interessant. Junge Bausparer können nach Ablauf von sieben Jahren frei über die angesparte Summe verfügen und sind nicht an wohnwirtschaftliche Zwecke nach dem BauSparG gebunden.

Fazit

Trotz der extrem niedrigen Zinsen ist das Sparbuch eine gute Sparmöglichkeit für den sogenannten Notgroschen. Es ist immer von Vorteil, kurzfristig über Geld verfügen zu können. Im Bereich der Altersvorsorge ist hingegen ein Bausparvertrag zur Zeit eine vorteilhafte und vor allem sichere Anlageform.

Titelbild: © istock.com – utah778