Bewerber und Angestellte müssen im Gespräch mit dem Vorgesetzten früher oder später ihre Gehaltsvorstellung äußern, auch weil es der Zufriedenheit am Arbeitsplatz dient. Wir kann man aber Gehaltsverhandlungen richtig führen?

Vorbereitende Maßnahmen für die Gehaltsverhandlung

Damit Arbeitnehmer Gehaltsverhandlungen richtig führen können, müssen diese erstmal abschätzen, was denn an Gehaltserhöhung für sie möglich ist. Für die richtige Schätzung des möglichen Gehalts, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen.

  • Zuerst sollte man die Unternehmensgröße ins Auge fassen. Große Unternehmen zahlen deutlich mehr an ihre Arbeitnehmer als kleine Unternehmen. Ab einer Beschäftigtenzahl von 500 kann man von einem großen Unternehmen sprechen. Mindestens ein 50% höheres Gehalt als durchschnittlich ist erzielbar.
  • Genauso spielt der Standort des Unternehmens eine Rolle bei den Gehaltsverhandlungen. In Großstädten sowie in den reichen Bundesländern verdienen Arbeitnehmer besser.
  • Einen nicht unwesentlichen Unterschied macht die Ausbildung der verhandelnden Person. Mit einem Hochschulabschluss verdienen Menschen im Durchschnitt 20.000 Euro mehr im Jahr. Uniabsolventen, die mit einem Master abgeschlossen haben verdienen wiederum 12% mehr als FH- und Bachelorabsolventen.
  • Ebenso macht die Berufserfahrung einiges her in den Gehaltsverhandlungen.

Wie in einer Gehaltsverhandlung vorgegangen werden sollte

Wenn eine sich bewerbende Person oder ein Arbeitnehmer mit dem Chef über das Gehalt spricht, sollte derjenige oder diejenige das erste Angebot unterbreiten. Die Person, die den Anfang macht, wird die gesamte Verhandlung hinweg im Vorteil sein. Genutzt wird hier der Anker-Effekt. Wenn der Arbeitnehmer eine Zahl nennt, wird der Arbeitgeber sich während der Verhandlung an der zu Beginn genannten Zahl orientieren. Diese sollte im Übrigen hoch angesetzt sein.

Wenn das Einstiegs-Angebot unrealistisch hoch ist, muss der Arbeitnehmer jedoch deutlich zeigen, dass es nicht absolut ernst gemeint ist, um nicht arrogant und respektlos zu wirken. Arbeitnehmer müssen mit sachlichen und nachvollziehbaren Fakten argumentieren. Die eigene Erfahrung und Fähigkeiten, die einen selbst abheben sollen hervorgehoben werden. Ist der oder die Beschäftigte bereits seit längerem im Unternehmen aktiv, kann das eigene Mitwirken an erfolgreichen Projekten beispielsweise betont werden.

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Was bei einer Gehaltsverhandlung unterlassen werden sollte

Es gibt ein paar Dinge, die Menschen, die eine Gehaltserhöhung wollen, auf keinen Fall tun sollten. Das wäre zum Beispiel der Vergleich mit den Mitarbeitern oder das Lästern über Mitarbeiter. Diese Art der Argumentation wird vom Chef als unreif und unkollegial angesehen. Gehälter sollten sowieso nicht an die Kollegen verraten werden. Den Arbeitgeber interessieren bei der Verhandlung nur die eigenen Leistungen, nicht die der anderen. Ein anderer Fehler ist der, die privaten Probleme in der Verhandlung zu schildern und so an die mitfühlende Seite des Chefs zu appellieren.

Es kommt bei einer Gehaltsverhandlung nicht selten das Gefühl auf, als müsse man den Chef um Almosen bitten. Diese Einstellung ist nicht nur irrational, sondern auch extrem hinderlich, wenn man Gehaltsverhandlungen richtig führen will. Bei Verhandlungen dieser Art geht es darum, dass zu fordern, was der Arbeitgeber einem aufgrund der erbrachten Leistung schuldig ist.

Die Gehaltsverhandlungen souverän führen

Gehaltsverhandlungen richtig zu führen, ist keine große Kunst. Der Arbeitnehmer sollte eine genaue Vorstellung davon haben, wie viel er zukünftig verdienen möchte und wie sein erstes Angebot aussieht. Ein weiterer Punkt ist im Gespräch sachlich zu bleiben und die Kollegen aus dem Spiel zu lassen. Das Wichtigste ist, dass der Angestellte mit dem nötigen Selbstbewusstsein vor den Chef tritt. Er sollte sich klar machen, dass er ein Recht auf ein höheres Gehalt hat.
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