Er verringert das Wirtschaftswachstum in jedem Jahr um etwa ein Prozent: der Fachkräftemangel in Deutschland. Hunderttausende nicht besetzte Stelle wirken sich spürbar auf die Wirtschaftsleistung des Landes aus. 

Fachkräftemangel in Deutschland – die Fakten

Arbeit, jedoch keine Leute? So ergeht es immer mehr Betrieben innerhalb Deutschlands. Fakt ist: Am deutschen Jobmarkt fehlen derzeit rund 440.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Dieser Mangel an Fachkräften ist es, den die Wirtschaft nun deutlich zu spüren bekommt.

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ließe sich die deutsche Wirtschaftskraft um etwa 0,9 Prozent bzw. rund 30 Milliarden Euro steigern, könnten die Betriebe den Bedarf an Fachkräften ausreichend decken. Die oft erfolglose und schwierige Suche nach qualifizierten Arbeitnehmern gilt als wichtiger Grund für überlastete Kapazitäten sowie niedrige Unternehmensinvestitionen. Die Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts basieren auf einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit, nach der bei den Arbeitsagenturen lediglich eine von zwei offenen Stellen gemeldet würde. So würden laut des IW in Deutschland selbst dann noch unbesetzte Stellen verbleiben, wenn jeder qualifizierte Arbeitslose in einem Betrieb beschäftigt werden würde.

Mangel an Fachkräften – das größte Geschäftsrisiko?

Das Problem der fehlenden Fachkräfte ist innerhalb der Wirtschaft schon seit geraumer Zeit ein brisantes Gesprächsthema.

  • Das Institut der deutschen Wirtschaft machte innerhalb seiner Prognose zwar auch deutlich, dass der Fachkräftemangel in Deutschland die Wirtschaftskraft aufgrund der positiven globalen Konjunktur sowie der vollen Auftragsbücher nicht daran hindern wird, in den Jahren 2018 und 2019 zuzulegen – um jeweils zwei Prozent. Dennoch steht der Mangel an Fachkräften bei zahlreichen Betrieben hinsichtlich ihrer Sorgen-Liste mittlerweile auf einem der Spitzenplätze.
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eröffnete jüngst in seinem Arbeitsmarktreport das Ergebnis, welches die Umfrage von rund 24.000 Betrieben ergab: Demnach sehen 60 Prozent der befragten Firmen den Mangel an Fachkräften als größtes Geschäftsrisiko. 2010 waren es noch rund 16 Prozent.

Sowohl der DIHK als auch die IW-Forscher sehen die Politik gefordert. Der Fachkräftemangel ruft die große Koalition insofern auf den Plan, als dass diese den Zuzug von ausgebildeten Fachkräften nach Deutschland attraktiver machen möchte.

Im Hinblick auf die Konjunktur gibt sich die Bundesregierung sogar noch etwas optimistischer als das Institut der deutschen Wirtschaft und prognostiziert ein um 2,4 Prozent ansteigendes Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr.

Fachkräftemangel in Deutschland – ein Ausblick

Welche Entwicklung in Bezug auf den Mangel an Fachkräften ist in den kommenden Jahren zu erwarten?

Dass die Sorge der Betriebe durchaus ihre Berechtigung haben könnte, macht die vom Basler Forschungsinstitut veröffentlichte Prognose Berechnung deutlich. Demnach könnte selbst eine jährliche Zuwanderung von 200.000 qualifizierten Fachkräften nach Deutschland die Entwicklung des steigenden Fachkräftemangels nicht aufhalten und es würden somit bis zum Jahr 2030 etwa drei Millionen qualifizierte Menschen im Land fehlen. Als Hauptgrund für diese Verschärfung nennt das Institut die demografische Entwicklung: Wenn die sogenannten Babyboomer mit Beginn der zweiten Hälfte der Zwanzigerjahre die Rente antreten, würde die entstehende Lücke bei weitem nicht durch jüngere auf dem Arbeitsmarkt nachrückende Fachkräfte geschlossen werden können.

Video: Fachkräftemangel und Diesel-Debatte: Das bewegt das Handwerk in 2018

Fachkräftemangel in Deutschland: Jobs, aber keine Leute

Er kostet die Wirtschaft Dutzende Milliarden Euro, der Mangel an qualifizierten Fachkräften. DIKH als auch IW schlagen daher Alarm und sehen die Politik gefordert. Denn: Der Fachkräftemangel in Deutschland bremst das Wachstum – und zwar deutlich spürbar!

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