Vereinfacht ausgedrückt werden 3,3 Milliarden Tonnen CO2 Ausstoß jährlich durch Verluste an Nahrungsmitteln und durch die Verschwendung von Lebensmitteln produziert. Grund genug für die von der Messe Düsseldorf GmbH initiierte Organisation SAVE FOOD, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen und Partner für mögliche Lösungen zusammenzubringen. Viele der Probleme haben tatsächlich etwas mit der Verpackung von Lebensmitteln zu tun.

Wider die Lebensmittelverschwendung – mit besseren Verpackungslösungen

In unserer Überflussgesellschaft scheinen wir uns längst an die traurige Tatsache gewöhnt zu haben, dass jeder Deutsche etwa 82 kg Lebensmittel pro Jahr einfach in den Müll wirft. Weniger bekannt ist, dass viele frische Lebensmittel zum Beispiel aus Ländern wie Afrika gar nicht erst in den Handel gelangen, weil sie bereits vorher auf dem Weg verderben.

Für viele, insbesondere kleinere Nahrungsmittelproduzenten in den ärmeren Ländern ist dies ein großes Problem und Teil ihrer persönlichen Armuts-Katastrophe. Es schmälert ihre Gewinnaussichten erheblich und schränkt ihren Marktzugang massiv ein. Auch global gesehen ist es in einer Zeit, in der immer mehr Menschen satt werden müssen, nicht hinzunehmen, dass rund 30 % der afrikanischen landwirtschaftlichen Produkte den Markt so gar nicht erst erreichen können.

Frisches Obst etwa verdirbt überdurchschnittlich häufig auf dem Lieferweg zu den Absatzmärkten, weil es unzureichend verpackt worden ist. Weltweit schätzt man diese Streuverluste bei Nahrungsmitteln von der Quelle zum Konsumenten auf etwa 1,3 Milliarden Tonnen jährlich. Genau hier greift die Düsseldorfer Initiative an.

Sie konnte bereits über 100 Partner aus der Wirtschaft und Verpackungsindustrie für ihre Projekte gewinnen, mit denen auch neue Möglichkeiten an Verpackungen dafür sorgen sollen, dass weniger Nahrungsmittelverluste auftreten. Einzelne dieser Projekte und Möglichkeiten wurden kürzlich auf einem Exposium im kenianischen Nairobi vorgestellt und diskutiert.

Video: Gut verpackt: Verpackungsindustrie gegen Lebensmittelverschwendung

Verschwendung und Verlust von Nahrung

Auch global wird das Thema Lebensmittelverschwendung inzwischen sehr ernst genommen. Die Uno sucht ebenfalls nach Möglichkeiten, mehr der bereits vorhandenen Produkte unverdorben zum Konsumenten zu bringen und so einen weiteren Beitrag dazu zu leisten, dass alle Menschen ausreichend ernährt werden können. Auf dem Exposium in Nairobi waren auch Vertreter der UN-Organisationen vertreten.

Dabei wurde auch ausführlich die Rolle diskutiert, die besseren Verpackungen bei der Bewahrung von wertvollen Nahrungsmitteln zukommen kann. Es ergibt sich für alle Beteiligten durchaus perspektivisch gesehen eine Win-Win Situation. Die Verpackungswirtschaft freut sich über neue Absatzmärkte und Partner. Afrikanische Länder können ihrerseits mehr ihrer agrarischen Produkte auf den europäischen Markt bringen, was nicht zuletzt ihr gesamtwirtschaftliches Ranking verbessern hilft.

Afrika wird zwar als Wirtschaftsraum noch oft unterschätzt, aber in vielen Wirtschaftsbereichen als hoffnungsvoller Zukunftsmarkt gesehen. Nicht zuletzt deshalb gelang es SAVE FOOD auch viele interessierte Teilnehmer auf dem Exposium zusammen zu bringen. Hoffnungsvolle Pilotprojekte bringen mit einfachen technischen Lösungen inzwischen Verpackungen direkt zum Erzeuger im afrikanischen Hinterland.

Verpackung – wichtiger Teamplayer beim Kampf gegen Verschwendung

Verpackung ist nicht nur dafür wichtig, den sicheren Transport von Nahrungsmitteln in den Handel zu gewährleisten. Neue Techniken und Verpackungslösungen werden zukünftig auch eine Rolle dabei spielen, wie beim Konsumenten verhindert werden kann, dass noch verzehrbare Lebensmittel vorzeitig in die Mülltonne kommen.

„Intelligente Verpackungen“ werden anzeigen, dass ein Lebensmittel noch verzehrbar ist. Auf dem 2. Internationalen SAVE FOOD Kongress am 7.und 8. Mai in Düsseldorf sind aufschlussreiche Diskussionen zu erwarten.

Berater Tipp

Lebensmittelverschwendung – Frage der Verteilung

Bei der Verteilung von Lebensmitteln kommt der Verpackung eine Schlüsselrolle zu.
Die Verpackungsindustrie ist deshalb einer der Hauptakteure im Kampf gegen Nahrungsmittelverluste weltwei

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