Nach der Wirtschaftskrise, die auf die Finanzkrise 2008 folgte, bleiben nach wie vor berechtigte Zweifel an der gegenwärtigen Sicherheit des europäischen und internationalen Bankensystems. Wie wahrscheinlich ein Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems im Jahr 2020 tatsächlich ist, zeigt der folgende Artikel.

Das Trauma der Finanzkrise von 2008

Auf die Finanzkrise von 2008 folgte die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Die Wiederherstellung eines funktionierenden internationalen Finanzsektors nahm Jahre in Anspruch und die Folgen der Weltwirtschaftskrise wirken bis heute in Wirtschaft und Gesellschaft nach.

Spätestens seit der griechischen Schuldenkrise und dem darauf folgenden Euro-Rettungsschirm für Griechenland sowie der kostenaufwändigen Bankenrettung in Deutschland, wird im europäischen Raum die Funktionsfähigkeit und langfristige Sicherheit des europäischen und internationalen Finanzsystems erneut angezweifelt.

In einer Zeit, in der das Trauma von 2008 noch lange nicht überwunden ist, stellt sich mehr denn je die Frage, in welcher Verfassung ein weiterer Zusammenbruch der Weltwirtschaft unsere Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zurücklassen würde. Der Ökonom Markus Krall beispielsweise sagt bereits einen Bankencrash für 2020 voraus.

Bankencrash 2020 – Was spricht dafür?

Ein Rückgang der Wachstumsraten für die kommenden Jahre wird von zahlreichen Wirtschaftsexperten vorhergesagt. Ein Grund hierfür ist die wenig vorausschauende Wirtschaftspolitik der US-Regierung. Noch ist keine der Vorhersagen zu einem möglicherweise kommenden Konjunkturtief verlässlich oder gar spruchreif – daher bleibt Raum für Spekulationen.

Befürchtet werden könnte jedoch ein Konjunkturtief, welches zu staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen führt, um ernste Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft (insbesondere hinsichtlich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit) abzufedern.

Eine Folge der Konjunkturprogramme könnte vermehrtes Drucken von Geld und infolge dessen Geldentwertung sein. Gleichzeitig sinkende Zinsen könnten bereits hoch verschuldete Banken wie die EZB, die nach wie vor ihre durchaus risikobehaftete Null-Zins-Politik fortsetzt, in starke Bedrängnis bringen.

Grund hierfür ist, dass Kredite bei sinkenden Zinssätzen günstiger erworben und bei zu geringen Sicherheiten und einer möglicherweise in Zukunft stattfindenden Deflation nicht bedient werden können. Dies führt zu weiteren Zinssenkungeneine Abwärtsspirale.

Video: Warum 2020 der Bankenkollaps kommt – Interview mit Markus Krall

Was spricht gegen den Bankencrash 2020?

Auslöser der Finanzkrise 2008 war der Zusammenbruch der Lehman Brothers, einer US-amerikanischen Bank. Daraufhin brach die Börse an der Wallstreet zusammen. Grund hierfür war eine sogenannte „Blase“, die durch die zahlreiche Hauskäufer entstand, die Kredite aufgrund niedriger Zinsen aufgenommen hatten und diese später nicht länger bedienen konnten.

Alarmierende Anzeichen für das erneute Entstehen einer solchen Blase am Immobilienmarkt bestehen derzeit noch nicht, trotz gegenwärtig steigender Kurse am Aktienmarkt. Außerdem haben Banken als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 Frühwarnsysteme entwickelt, die das Entstehen einer weiteren Krise verhindern sollen.

Ob diese Systeme tatsächlich funktionieren, ist bisher nicht klar und darf angezweifelt werden. Mehr Grund zur Panik als üblich hinsichtlich eines möglichen Bankencrashs ist allerdings augenblicklich noch nicht angezeigt. Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, ist das dort beschriebene Szenario für das Jahr 2020 bisher größtenteils Spekulation.

Berater Tipp

Was noch zu sagen bleibt

Ob Politik und Wirtschaft aus den Erfahrungen der Finanzkrise 2008 gelernt haben, ist nach der Bankenrettung und dem Euro-Rettungsschirm für Griechenland in den vergangenen Jahren zwar durchaus zweifelhaft. Eine Situation, die mit der Ausgangssituation 2008, die zur Finanzkrise und zur darauf folgenden Wirtschaftskrise führte, vergleichbar wäre, besteht gegenwärtig noch nicht. Und selbst wenn die gegenwärtig steigenden Kurse an der Börse im folgenden Jahr fallen sollten, ist es wenig wahrscheinlich, dass es zu einem Bankencrash kommt, der dem Zusammenbruch 2008 in seiner Tragweite nahe kommt. Daher gilt solange, bis die Voraussagen präziser werden: Bloß keine Panik.

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