Spätestens nach der Berufsausbildung oder dem Studium fangen die meisten Menschen an, sich für die Vermögensbildung durch Wertpapiere und das langfristige Ansparen zu interessieren. Dabei steht am Anfang meist die Frage, wo der Einsteiger denn sein Wertpapierdepot führen soll. Ist die Filialbank der beste Ort oder sollten die Wertpapiere Geld lieber in ein Depot bei einer Direktbank investiert werden. Wer einige Fragen für sich selbst beantwortet, der setzt seine Geldanlage gleich auf die richtige Schiene.

Auswahl zwischen einer echten Bank und einer Vertriebsorganisation

Gerade wer langfristig Geld ansparen möchte, der sollte ganz besonders auf die mit der Geldanlage verbundenen Gebühren und Leistungen achten. Beim Wertpapierdepot gibt es ganz unterschiedliche Arten der Beratung und der Leistungserbringung.

Da gibt es einerseits das Wertpapierdepot beispielsweise bei regionalen Sparkassen, Raiffeisenbanken oder auch den Direktbank-Ablegern der großen Bankhäuser. Dort können praktisch alle Wertpapiere und Fonds verwaltet werden.

Wer sich dagegen an einen Strukturvertrieb bzw. die oftmals unter „Vermögensberatung“ firmierenden Versicherungsmakler wendet, wird oftmals Versicherungsprodukte oder Fonds mit höheren Ausgabeaufschlägen und Gebühren erhalten.

Der Grund dafür liegt in unterschiedlichen Bezahlungsmodellen der Mitarbeiter: Bei Banken wird ein wesentlicher Teil der Gehälter fix bezahlt, bei Direktvertriebsorganisationen meistens nur ein minimales Fixum. Dieses wird durch einen hohen Provisionsanteil aufgestockt.

2. Schritt: Wie viel Beratung möchte ich nutzen

Wenn Sie sich dann entschieden haben, ob Sie das Sparen und die Altersvorsorge durch einen Vermögensberater oder irgendeine Art Bank durchführen lassen wollen, ist ein bisschen Detailarbeit erforderlich.

Fragen Sie sich selbst, wie viel Beratung Sie nutzen möchten. Haben Sie keinen kaufmännischen Beruf und interessieren Sie sich nicht für Finanzen, dann ist die beste Wahl eine sogenannte Multikanal-Bank: Jede Großbank bietet Wertpapierdepots an, bei denen Sie sich je nach Wunsch bei jeder einzelnen Transaktion (also einem Kauf oder Verkauf) neu entscheiden können: Nehme ich die Beratung in Anspruch und zahle für diese eine Transaktion eine höhere Gebühr oder gebe ich diese eine Order selbst im Online-Banking auf?

Wer diese Entscheidung getroffen hat, der findet bei den Banken eine unglaublich große Auswahl an unterschiedlichen Depots. Beim Kostenvergleich (auch über das Internet möglich) sollte sich jeder überlegen, ob er viele Transaktionen im Jahr hat oder die Geldanlage langfristig unverändert belassen möchte. Je nach Betrachtungsweise sind dann die Grundgebühren oder aber die Transaktionsgebühren entscheidend.

Video: Was ist eigentlich ein Wertpapier?

3. Schritt: Das Leistungsangebot um das Depot herum prüfen

Die Entscheidung für das Wertpapierdepot sollte langfristig angelegt sein. Allerdings gibt es niemanden, der Ihnen verbieten kann, bei zwei Banken ein Depot anzulegen. Da die Mindestgebühren nicht zu hoch sind kann sich dies sogar lohnen.

Sehen Sie sich also auch das Leistungsangebot um das Depot herum an. Möchten Sie neben Wertpapieren vielleicht auch einen Teil des Vermögens in einer Auslandswährung absichern. Dann würde sich eine Geschäftsverbindung mit einer der Direktbanken anbieten, die auch diese Leistingen anbieten.

Wie sieht die Möglichkeit aus, monatlich einen festen Betrag in einen Aktienfonds einzuzahlen? Werden hier nur wenige Fonds oder praktisch alle in Deutschland zugelassenen Wertpapiere (mehr Infos hier) angeboten? Wenn Sie diese Fragen klären, dann können sie das perfekt passende Depot finden.

Berater Tipp

Die Entscheidung analytisch und in Ruhe treffen

Lassen Sie sich also nicht von einmaligen Sonderangeboten oder einem künstlich erzeugten Zeitdruck unter Druck setzen. Die Wahl der passenden Depotverbindung inklusive der Recherchen kann schon ein paar Stunden dauern, lohnt sich aber auf alle Fälle.

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