Mit der Verbreitung des Internets nehmen auch die Anzahl der Angriffe auf Webseiten und private Rechner sprunghaft zu. Google als einer der wichtigsten Konzerne in der Branche hat deshalb schon seit Langem immer wieder Vorstöße gemacht, die die IT-Sicherheit des gesamten Netzwerks deutlich erhöhen sollen. Besonders in den vergangenen Monaten wurden einige weitreichende Maßnahmen umgesetzt.

Höhere Sicherheit für alle User im Internet

Bereits 2014 hat Google eine Pressemeldung veröffentlicht, in der die Erhöhung der allgemeinen Sicherheit im Internet als eine der Topprioritäten des Unternehmens definiert wurde. Lange vor anderen großen Betreibern von Homepages wurde deshalb die sichere Verschlüsselung von Websiten als Standard eingeführt.

Das bis vor einige Jahre vorherrschende Protokoll HTTP wurde seit Beginn der Ära Internet fast ausschließlich wegen seiner einfachen Handhabung genutzt. Es übertragt allerdings sämtliche Informationen im Klartext. Gerade in öffentlichen Netzwerken konnten deshalb Informationen von Dritten einfach abgefangen und genutzt werden, um illegal auf fremde Accounts zuzugreifen.

Allerdings war es aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht immer einfach, eine effektive Verschlüsselung zu realisieren. Einer der Gründe dafür war auch, dass Werbung häufig auf
unverschlüsselte Weise eingebunden werden musste und dadurch die Sicherheit der gesamten Homepage kompromittieren konnte.

Video: Top Zehn der Google Geheimnisse, (die Sie mit Sicherheit noch nicht kennen)!

Gutes Ranking nur noch für verschlüsselte Webseiten

Auch wenn der Verstoß von Google große Beachtung erfahren hat, zögern viele Betreiber wegen des technischen Aufwands noch mit der Umsetzung. Ende 2015 hat der Konzern deshalb beschlossen, durch seine herausgehobene Stellung den Druck zur Verschlüsselung zu erhöhen. Bereits seit Mitte desselben Jahres wurden deshalb die überwiegende Mehrheit aller Anzeigen verschlüsselt übertragen. Das betrifft Werbung, die über unterschiedliche Plattformen wie

– Google Display Network
– DoubleClick oder
– AdWords

geschaltet und übertragen wird. In einem nächsten Schritt verkündete das Unternehmen, dass ab 2016 das Ranking durch die Sicherheit noch einmal deutlich stärker beeinträchtigt werden soll. Darüber hinaus wurde für eigene und fremde Suchmaschinen die Möglichkeit vereinfacht, verschlüsselte Seiten zu durchsuchen und zu indexieren.

Weitere Maßnahmen erleichtern die Umstellung

Bislang war für viele Anbieter der Kostenfaktor ein wichtiger Grund, auf die Verschlüsselung von Homepages zu verzichten. Um Warnmeldungen in Browser zu vermeiden, war es lange Zeit notwendig, ein kostenpflichtiges Zertifikat von einem dafür zugelassenen Unternehmen zu erwerben.

Darüber hinaus war das Verfahren zeitaufwendig und kompliziert, da keine automatische sondern nur eine manuelle Erstellung angeboten wurde. Gemeinsam mit weiteren weltweiten Konzernen wie etwa Cisco, Facebook oder HP und gemeinnützigen Einrichtungen wie die Mozilla Stiftung und der Linux Foundation unterstützt Google über seinen Browser Chrome deshalb die Zertifizierungsstelle Let’s Encrypt, die seit Anfang 2016 kostenlose und automatisch generierte SSL Zertifikate anbietet.

Mit diesen können gewöhnliche Seiten deutlich schneller und kostenlos auf den gängigen Standard HTTPS umgestellt werden, das als Abkürzung für HTTP über SSL Protokoll steht.

Berater Tipp

Die Mehrheit der Webseiten wurde umgestellt

Noch 2013 wurde nur ein Bruchteil der Informationen im Internet verschlüsselt. Selbst große Unternehmen wie Facebook verzichteten damals noch auf eine obligatorische Chiffrierung, sondern boten diese im Gegenteil nur versteckt als Option an.

Diese Lage hat sich inzwischen fundamental geändert. Auf Druck von Konzernen wie Google oder Stiftungen wie Mozilla haben mittlerweile alle großen Anbieter die Verschlüsselung zum Standard gemacht.

Vorreiter dieser Entwicklung waren unter anderem die Unternehmen, die zu Google gehörten – von Google+ über die Suchmaschine selbst bis hin zu YouTube wurden die Angebote bereits frühzeitig umgestellt und leiteten Nutzer automatisch von den unsicheren Verbindungen auf eine verschlüsselte Kommunikation um. Durch die starke Wertung im Ranking wird der Druck auf Drittanbieter jetzt noch verstärkt, diesem Trend zu folgen.

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