Der Bitcoin gilt als die erste Kryptowährung überhaupt und gehört heute zu den bekanntesten Cryptocoins. Das digitale Gold kann dabei auf viele Höhen und Tiefe zurückblicken. Doch wie fing die Geschichte des Bitcoin eigentlich an?

Der Weg zum Bitcoin-Konzept

Die offizielle Geschichte des Bitcoin beginnt im Jahr 2008, als Satoshi Nakamoto ein White Paper über ein dezentrales Zahlungssystem veröffentlichte. Bereits in den 90er-Jahren wurde jedoch schon versucht, eine digitale Währung zu entwickeln.

So äußerte insbesondere eine Gruppe von Kryptographen, die sogenannten Cypherpunks, Bedenken bezüglich des Datenschutzes bei Transaktionen.

Während Bargeld ein hohes Maß an Sicherheit und Anonymität bieten konnte, forderten digitale Transaktionen einen Mittelsmann.

Um dieses Konzept zu umgehen, unternahmen verschiedene Kryptographen den Versuch, eine entsprechende Kryptowährung zu konzipieren:

  • David Chaum entwickelte etwa ein Prinzip, das heute als DigiCash bekannt ist und auf einer Public-Key-Kryptographie basiert.
  • Adam Back entwickelte ein System namens Hashcash, das auf einem Hashing-Algorithmus basierte. Um Hascash zu generieren, nutzten Computer Rechenkapazität, die als „Proof of Work“ fungieren sollte.
  • Nach Back entwickelte Nick Szabo das sogenannte BitGold-Konzept. In seinem System verbesserte er den „Proof of Work“-Algorithmus, der die Entstehung des Bitcoin ermöglichte.

Satoshi Nakamoto ruft den Bitcoin ins Leben

2008 war ein Jahr, in dem das Vertrauen in Banken sank. Die Welt stand vor einer Finanzkrise, deren unbekanntes Ausmaß das Vertrauen in die Wirtschaft auf einen historischen Tiefstand brachte.

Während Finanzen zum Tagesgespräch wurden, registrierte Satoshi Nakamoto den Domainnamen bitcoin.org. Er ließ außerdem einer Gruppe von Kryptographen ein White Paper zukommen, das den Namen Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ trug.

In diesem White Paper konzipierte Nakamoto ein dezentrales Zahlungssystem, das Transaktionen direkt zwischen zwei Personen ermöglichte. Somit war kein Mittelsmann, wie etwa eine Bank, notwendig und die Geschichte des Bitcoin konnte beginnen.

Wer allerdings hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto steht, ist bis heute nicht bekannt. Es könnte sich sowohl um eine Einzelperson als auch um eine Gruppe handeln. Das Internet hält eine Fülle an Theorien bereit, wer Satoshi Nakamoto ist.

In den letzten Jahren wurden etwa Dorian Nakamoto, Craig Wright, Hal Finney sowie Nick Szabo als Nakamoto bezeichnet. Eine andere Theorie schlägt vor, dass sich eine Gruppe asiatischer Organisationen hinter dem Pseudonym versteckt.

Zu diesen sollen etwa Samsung, Toshiba, Nakamichi und Motorola gehören. Satoshi Nakamoto hat seine Identität aber wohl bewusst verschwiegen, um eine Zentralisierung des Bitcoin-Systems zu vermeiden.

Video: Die Geschichte der Blockchain/Bitcoin

Der Bitcoin wird zum digitalen Gold

Nach der Veröffentlichung des White Papers erblickten 2009 schließlich die ersten Bitcoin das Licht der Welt und setzten die Geschichte des Bitcoin fort. Am 3. Januar wurde der erste Block gemined und in die Blockchain aufgenommen.

Er wird auch als Genesis-Block bezeichnet, da er einen verschlüsselten Text beinhaltet. „Kanzler am Rande der zweiten Rettungsaktion für Banken“ ist der Titelseite der britischen Zeitung The Times entnommen und soll die Daseinsberechtigung des Bitcoin festhalten.

Am 12. Januar 2009 erfolgte schließlich die erste Transaktion im Bitcoin-Netzwerk: Satoshi Nakamoto ließ Hal Finney 10 Bitcoin zukommen.

Ein Jahr später, am 22. Mai 2010, wurde außerdem erstmals ein reales Produkt in Bitcoin bezahlt: Der Amerikaner Laszlo Hanyecz bestellte zwei Pizzen für insgesamt 10.000 Bitcoin und legte damit einen Meilenstein in der Geschichte des Bitcoin.

Am 18. Juli 2010 öffnete zudem die erste Bitcoin-Börse. Auf Mt. Gox folgten in den kommenden Jahren weitere Krypto-Börsen, die das Bitcoin-Netzwerk aufleben ließen. Nachdem sich der Bitcoin als eine digitale Alternative zu Anlagen wie Gold etablieren konnte, erhielt er außerdem die Bezeichnung als digitales Gold.

Berater Tipp

Vom White Paper zur beliebtesten Kryptowährung

Die Geschichte des Bitcoin findet ihren Ursprung in den 90er-Jahren. Nach der Veröffentlichung des White Papers 2008 und der ersten Transaktion 2009 erfreute sich der Bitcoin zunächst nur geringer Bekanntheit. Der erste Kauf eines realen Produktes sowie die Eröffnung diverser Krypto-Börsen verhalfen der digitalen Währung jedoch zu einem interessanten Kursanstieg. Zwischen Höhen und Tiefe konnte sich der Bitcoin nicht nur zur beliebtesten Kryptowährung mausern, sondern sich ebenfalls als eine ernstzunehmende Anlagemöglichkeit etablieren.

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