Anders als bei einem Kraftfahrzeug ist eine Versicherung für Motor- oder Segelyachten in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Deckung durch die private Haftpflichtversicherung deckt nur Schäden durch muskelbetriebene Boote ab. Schäden, die durch motorbetriebene Boote Dritten zugefügt werden, sind nicht inbegriffen. Sie können schnell horrende Höhen erreichen. Über eine Boots- oder Yachtversicherung sollten Besitzer, Mieter und Führer eines motorbetriebenen Bootes nachdenken.

Sportboote gegen Schäden absichern

Ein Schaden ist auf dem Wasser schneller passiert als man denkt. Die Kollision mit einem anderen Boot, mit einem Surfer oder dem Gewässergrund fügen der Yacht oder dem Sportboot einen Schaden zu. Anders als in Deutschland ist eine Haftpflichtversicherung für Bootsführer in vielen Urlaubsländern Pflicht, denn für Schäden gegenüber Dritten ist der Bootsführer unbegrenzt haftbar. Deshalb sind einige Versicherungen unverzichtbar, um den Ausflug mit der Yacht oder dem Motorboot unbeschwert zu genießen.

Dazu zählen:

  • die Wassersport-Haftpflichtversicherung
  • eine Bootskaskoversicherung

Mit der Wassersport-Haftpflichtversicherung und der Teil- bzw. Vollkaskoversicherung sind alle Risiken abgedeckt, die auf dem Wasser entstehen können. Die Police der Wassersporthaftpflichtversicherung ist zudem international gültig. Sie wird auch als „Blaue Karte“ oder „Confirm of Cover“ bezeichnet. In der Police müssen der Bootstyp, der Bootshalter die Rumpfnummer des Bootes und die Seriennummer des Motors festgehalten sein.

Video: Die 8 häufigsten Schadensfälle bei Booten

Was deckt welche Versicherung ab?

Die Wassersport-Haftpflichtversicherung greift dann, wenn gegenüber Dritten Schäden entstehen. Die Teilkaskoversicherung umfasst den Diebstahl des Bootes und Schäden durch Blitzschlag oder Explosion. Die Vollkaskoversicherung kommt zusätzlich für einen Teildiebstahl, Schäden durch höhere Gewalt und Unfälle auf.

Versicherungen sollten mindestens eine Schadenshöhe von drei Million Euro abdecken. Eine hochwertige Yacht sollte sogar noch höher versichert werden. Halter profitieren bei vielen Versicherungen von Sondertarifen für bestimmte Regionen und Rabatten für bestimmte Bootstypen oder Hersteller. Wer lange keine Schaden hatte oder viel Erfahrung nachweisen kann, der profitiert ebenfalls von Rabattklauseln. Ein Vergleich der auf Boote spezialisierten Versicherungsanbieter lohnt sich auf jeden Fall. Die Höhe der jährlichen Versicherungsprämie entspricht in der Regel einer Tankfüllung der Motorboote, zuzüglich der Wassersport-Haftpflichtversicherung. Wird das Boot vermietet oder ist eine Teilnahme an einer Regatta geplant, dann steigt der Beitrag der Versicherung für die Motor- oder Segelyacht.

Was gibt es Besonderes zu beachten?

Einige Versicherer bieten eine Allgefahrendeckung in der Vollkaskoversicherung an. Damit ist alles versichert, was einen Schaden verursachen kann. Auf die Allgefahrendeckung sollte keinesfalls verzichtet werden, da Skipper sonst im Schadensfall auf den Kosten sitzen bleiben können, wenn der Versicherer seine Bedingungen für die Schadensregulierung genau festlegt. Eine sinnvolle Ergänzung der Police ist die Versicherung persönlicher Effekte. Dazu zählen nautische Geräte, Garderobe, Ölzeug, aber auch andere Gebrauchsgegenstände auf See.

Berater Tipp

Einige Versicherungen begrenzen den Törn zeitlich, andere gewährleisten eine zeitunabhängige Deckung. Die jeweilige Versicherung ist immer nur für das Gebiet gültig, das bei Abschluss der Police ausgewählt wurde. Auf anderen Binnengewässern und Ozeanen gilt die Police dann nicht. Eine genaue Prüfung der Versicherungsleistungen ist unerlässlich.

Auf dem Wasser gut versichert unterwegs

Ob Sie in ein Unwetter geraten, mit einem anderen Boot oder einem Gegenstand kollidieren oder gar kentern – erst mit der richtigen Versicherung wird die Bootsfahrt komplett. Leihen Sie sich im Urlaub eine Yacht aus, dann sollte eine spezielle Skipperversicherung an Bord sein, die auch in einer Bootshaftpflicht enthalten sein kann.

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