Für viele Menschen ist angesichts schlechter Bus- und Bahnverbindungen in der Region ein Leben ohne das Auto nur sehr schwer vorstellbar. Allerdings ist eine Arbeitslosigkeit oft mit sehr viel Verlust an Monatseinkommen verbunden. Was also tun? Sollte noch schnell ein Auto gekauft werden oder wie werden die Mobilitätsanforderungen am besten bewältigt?

Rechtzeitige Planung sichert die Mobilität

In sehr vielen Fällen kündigt sich die drohende Arbeitslosigkeit schon einige Monate vor dem Eintreten des Ereignisses an. Die sinkenden Umsätze spiegeln sich beispielsweise in keinen Überstundern, keinen Neueinstellungen und Kurzarbeit wider.

Dann stellt sich die Frage, ob mit der bisherigen guten Bonität ein Autokredit aufgenommen werden soll oder wie der Arbeitnehmer am besten vorgehen soll. Eine proaktive Vorgehensweise ist die geeignetste Variante: Angesichts der ungewissen Zukunft und der Frage wo die neue Arbeitsstelle sein wird, sind die meisten Einflussfaktoren für die Anschaffung eines neuen Autosungeklärt. Soll es ein Diesel für lange Strecken sein der eher ein kleines Stadtauto? So lange diese Frage nicht geklärt ist, sollte eher kein Fahrzeug gekauft werden.

Video: Georg Schramm: Lebenserwartung und Kosten von Arbeitslosen

Der Autokredit für Arbeitslose sollte geringe Monatsraten haben

Eine Arbeitslosigkeit ist immer mit erheblichen finanziellen Einschnitten verbunden, auch wenn die Suche nach einer neuen Herausforderung nur einige Wochen dauern sollte. Überschlagsmäßig könnte gesagt werden, dass das Netto-Einkommen um rund 40 % sinkt.

Bei beinahe gleichen Lebenshaltungskosten steht somit ein wesentlich geringerer monatlicher Haushaltsüberschuss zur Verfügung. Für den Autokredit für Arbeitslose bedeutet dies, dass die Kreditsumme nicht zu hoch sein sollte. Dann ergibt sich eine Monatsrate, die auch unter den angespannten finanziellen Verhältnissen tragbar ist. Zudem sollte daran gedacht werden, dass wahrscheinlich eher ein Gebrauchtfahrzeug in Frage kommt.

Dessen Wertverlust ist wesentlich geringer als der eines Neufahrzeuges – gerade im ersten Betriebsjahr.
Die Nettoeinkommenslücke legt das Kostensparen nahe.

Berater Tipp

Bürgen oder Sicherheiten sind für die Kreditvergabe wichtig

Bei einer längeren Arbeitslosigkeit nähert sich der finanzielle Spielraum sehr schnell dem Existenzminimum. Dann würden es Arbeitslose sehr schwer haben, die Monatsraten rechtzeitig zu bedienen.

Für den Kreditgeber würde dies jede Menge Aufwand bedeuten, der bei den heutigen vergleichsweise niedrigen Zinsen oftmals wirtschaftlich nicht darstellbar ist. In diesem Fall hilft die Verteilung des Risikos auf eine breitere Basis.

Wer einen Bürgen oder verwertbare Sicherheiten vorweisen kann, für den wird bei einer längeren Arbeitslosigkeit auch ein Autokredit wieder darstellbar. Allerdings empfiehlt sich in dieser Situation mehr denn je das gründliche Nachrechnen, damit die eigentlich nur für den Notfall gedachten Bürgen oder Sicherheiten nicht in Anspruch genommen werden müssen.

Beste Strategie: Gebrauchsgüter länger nutzen

Obwohl es durchaus auch Möglichkeiten gibt, als Arbeitsloser einen Kredit aufnehmen zu können, ist dies nur in sehr seltenen Fällen eine sehr gute Option. Stattdessen sollten die Gebrauchsgüter wie das Auto, die Wohnungseinrichtung und andere langlebige Güter möglichst lange genutzt werden.

Um den Lebensstandard auch nur halbwegs halten zu können sollten stattdessen unnötige Kosten verringert werden. Beim Auto kann dies heißen beispielsweise einen Wechsel der Versicherung auf eine mit einer Kilometerbegrenzung in Betracht zu ziehen und das bisherige Fahrzeug gut zu pflegen und weiterzufahren.

Eine Fahrzeugneuanschaffung sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn es wirklich nicht mehr anders gehen sollte. Der Autokredit für Arbeitslose steht deshalb nicht an erster Stelle der Agenda!

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