Die Rentenkasse ist prall gefüllt und die Renten liegen oberhalb der Inflationsrate. Zur Zeit läuft bei der Rente alles so gut, dass im nächsten Jahr mit einer der größten Rentenanpassungen der letzten 20 Jahre gerechnet wird. Doch was kommt dann?

Rekord-Anstieg der Rente im nächsten Jahr

In Deutschland haben die 42 Millionen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten sehr viel Geld in die Sozialkasse gespült. Aktuell liegen rund 32 Milliarden Euro als Reserve in der Rentenkasse. Daher sollen die Altersbezüge 2016 deutlich steigen.

Laut Aussage des Vorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Alexander Gunkel, ist mit einem Rekord-Anstieg von etwa vier bis fünf Prozent zu rechnen. Zwar ist die Rentenanpassung noch nicht festgelegt, aber so steht es zumindest im aktuellen Rentenversicherungsbericht. Experten gehen davon aus, dass die Renten im Jahr 2016 im Westen um 4,51 Prozent und im Osten um 4,62 Prozent steigen werden.

Nach etlichen Nullrunden wieder mehr Geld in der Tasche

Dass es zu der „größten Rentenanpassung seit der Jahrhundertwende“ kommt, hat mehrere Gründe. 2014 /15 wurde die Lohnstatistik, um diese international vergleichbar zu machen, dahingehend korrigiert, dass erstmals 400.000 Geringverdiener in Deutschland von der Statistik erfasst wurden. Was eine erhebliche Reduzierung der für das Jahr 2015 erwarteten Rentenerhöhung zur Folge hatte. Im Gegenzug kam es zu einer Beitragssenkung von gefeierten 0,2 Prozent, die wohl bei höheren Rentenausgaben nicht finanzierbar gewesen wäre.

Berater Tipp

Entsprechend der recht komplizierten Berechnungsmethoden bewirken niedrige Beiträge, dass die Renten im darauffolgenden Jahr steigen. Demnach profitieren die Rentner 2016 von der Beitragssenkung des Vorjahres. Zudem ist das Einkommen in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Für das Jahr 2016 wird ein Plus von rund drei Prozent prognostiziert. Da die Berechnungen sich an den Durchschnittslöhnen orientieren, stiegen die Renten erstmals wieder. Zuletzt stiegen sie sogar schneller als die Inflationsrate. Demnach haben die Rentner nach etlichen Nullrunden endlich mehr Geld in der Tasche.

Wie sieht die Zukunft aus?

Es ist davon auszugehen, dass es so schnell keine Nullrunden mehr geben wird. Allerdings warnt die Wirtschaft vor allzu großem Optimismus. Immerhin werden in Deutschland bis voraussichtlich 2030 rund sechs Millionen Arbeitnehmer und damit auch entsprechend viel Beitragszahler fehlen. Das momentane Polster von 32 Milliarden Euro dürfte nach den Berechnungen der Wirtschaftsexperten spätestens 2021 defizitär werden. Die logische Konsequenz ist eine Erhöhung der Beiträge.

Bis 2030 könnte es eine stufenweise Beitragsanhebung auf bis zu 22 Prozent des Bruttogehaltes geben. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Rente nicht vollständig auf das Konto der Rentner geht, da die Renten versteuert werden müssen. Dadurch wird eine Versorgungslücke immer wahrscheinlicher. Das ist immer dann der Fall, wenn die Rente stark unter dem ehemaligen Netto-Gehalt liegt und dadurch der gewohnte Lebensstandard nicht mehr garantiert werden kann. Aufgrund der genannten Aspekte sieht die Zukunft der Rentner nicht rosig aus. Die Regierung hofft mit der Aufnahme der Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten den Arbeitsmarkt auf lange Zeit zu sichern. Ob das wirklich so ist, wird die Zukunft zeigen.

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