Die Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden auf die beispielsweise durch Sturm, Feuer oder einen Rohrbruch entstehen und ist deshalb für Hausbesitzer unverzichtbar. Leistungen und Prämien variieren je nach Versicherer stark, sodass sich ein genauer Vergleich in jedem Falle lohnt. 

Preisunterschiede von bis zu 500 Euro

Die Stiftung Warentest hat mit ihrer Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 08/2011) insgesamt 120 Angebote von 46 Versicherern unter die Lupe genommen. Dabei wurden Preisunterschiede von bis zu 500 Euro festgestellt. Als Basis für die Prämie diente ein freistehendes Einfamilienhaus mit Baujahr 1985 mit einem aktuellen Neubauwert von 275.000 Euro. Da der Standort einen wichtigen Einfluss auf die Prämie hat wurde diese für zwei Städte mit einem geringen und einem höheren Preisniveau abgefragt. Für eine Wohngebäudeversicherungam günstigeren Standort Bad Schandau kostet der billigste Tarif 180 Euro pro Jahr. Der teuerste Anbieter verlangte hierfür eine Jahresprämie von 553 Euro. Noch höher vielen die Unterschiede für eine Wohngebäudeversicherung am Standort Münster aus. Die mögliche Ersparnis bei einem Wechsel vom teuersten zum günstigsten Anbieter betrug hier stolze 564 Euro im Jahr. Selbst die umfangreichen Zusatzleistungen beim höherpreisigen Tarif rechtfertigen die deutlichen Preisunterschiede nicht. Wir empfehlen daher einen vorherigen Preisvergleich der Wohngebäudeversicherung – z.B. auf Seiten wie verbrauchermax.de  lassen sich Tarife vergleichen. Auf eine genaue Bewertung der einzelnen Angebote hat Stiftung Warentest aufgrund der Vielzahl an individuellen Faktoren, die bei einer Police wichtig sind verzichtet. (Mehr zum Thema: Wohngebäudeversicherung und Gebäudeversicherung – test.de)

Berater Tipp

Welche Zusatzleistungen wichtig sind

Je nach Ausstattung und Lage der Immobilien sollten Versicherungsnehmer gewisse Zusatzleistungen vereinbaren. In jedem Falle sinnvoll ist die Übernahme der Aufräumkosten nach einem Schaden. Bei einem Einfamilienhaus sollte der Versicherer mindestens 10.000 Euro für Abbruch, Abtransport und Entsorgung von Bauschutt übernehmen. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass der Neuaufbau des Hauses aufgrund von Auflagen teurer wird. Diese Mehrkosten sollten ebenfalls durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt werden. Durch toxischen Bauschutt nach einem Brand oder auslaufendes Heizöl kann es zu einer Verseuchung des Bodens kommen. Hier sollte die Versicherung zumindest einen Teil des entstandenen Schadens übernehmen.

Für Häuser bei denen Bauteile mit elektronischen Elementen beispielsweise für die Steuerung der Heizung oder eine Alarmanlage eingebaut sind, sollte immer ein Überspannungsschutz vereinbart werden. Fotovoltaikanlagen sind bei den meisten Tarifen automatisch abgesichert. Zu empfehlen sind zudem Policen, bei denen der Versicherer auf Leistungskürzungen bei grober Fahrlässigkeit verzichtet.

Zu einem günstigeren Anbieter wechseln

Wer den Versicherer wechseln möchte, muss für eine Kündigung des bestehenden Vertrags gewisse Fristen einhalten. Die Kündigung muss spätestens 3 Monate vor Vertragsende beim Versicherer vorliegen, ansonsten verlängert sich der Vertrag automatisch um weitere 12 Monate. Policen mit mehrjährigen Laufzeiten können immer zum Ablauf des 3. Vertragsjahres gekündigt werden. Auch hier gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Ist die Immobilie noch mit einem Kredit belastet muss für eine Kündigung die Zustimmung der Bank eingeholt werden. In den meisten Fällen ist dies jedoch eine reine Formsache. Ein Sonderkündigungsrecht gilt nach der Regulierung eines Schadens sowie beim Verkauf der Immobilie. Der neue Besitzer kann die bestehende Versicherung innerhalb von vier Wochen nach Abschluss des Kaufvertrags kündigen. Hier mehr zum Thema: Finanzen Fonds Versicherungen.

Fazit: Tarife immer vergleichen

Aufgrund der hohen Preisunterschiede rät Stiftung Warentest allen Immobilienbesitzer, ihre bestehende Policen mit den aktuellen Angeboten zu vergleichen. Dazu kommt, dass ältere Verträge oftmals zu geringe Versicherungssummen aufweisen oder wichtige Risiken gar nicht versichert sind. Sollte der Versicherer die Vertragsannahme aufgrund eines zu hohen Risikos ablehnen gibt es oftmals lässt sich unter Umständen eine höhere Selbstbeteiligung vereinbaren.

Video: Einfach erklärt – Wozu brauchen Sie eine Wohngebäudeversicherung?

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