In Zeiten niedriger Sparzinsen werden Investmentfonds für Anleger zunehmend attraktiv, wenn es darum geht, geringe Beträge sicher zu vermehren. Um die besten Fonds zu finden, gibt es allerdings einige Kriterien, die beachtet werden sollten.

Was sind Investmentfonds? Eine Ausführung für Investmentanfänger

Investmentfonds sind eine Form der Geldanlage, die die traditionelle Funktion der Banken als Kapitalsammelstelle neu interpretiert. Den Anlegern wird es ermöglicht mit vergleichsweise kleinen Beträgen alle Chancen beispielsweise der Aktienmärkte oder bei festverzinslichen Wertpapieren wahrzunehmen – ohne jedoch die Risikostreuung zu vernachlässigen. Denken Sie an den aufwendigen Arbeitsablauf, den jeder einzelne Wertpapierkauf oder -verkauf bedeutet. Da dieser unabhängig von der Anzahl der gekauften Aktien anfällt, kann der Investmentfonds wesentlich günstigere Einstandspreise bei gleichem Kurswert an der Börse realisieren.

Ein Blick auf die Konstruktionsweise zeigt, wie hier die Geldanlage funktioniert:

Gemeinsames Depot und Verrechnungskonto für alle Investoren

Grundsätzlich gilt das Vermögen eines Fonds als Sondervermögen. Ist der Fonds einer Bank oder deren Fondsgesellschaft zugeordnet, dann wird für jeden Fonds ein eigenes Depot und Verrechnungskonto eröffnet. Deren täglicher Gesamtwert und damit auch der Wert des einzelnen Anteils sind dann die Basis für die Einzahlungen aller derjenigen, die sich am Investmentfonds neu beteiligen. Alle diejenigen, die sich für eine andere Investmentalternative entscheiden oder das Geld ausgezahlt haben möchten, bekommen den gleichen Wert pro Anteil gutgeschrieben.

 
 

Video: Wie funktionieren Investmentfonds

Prozentual gesehen ist damit jeder Anteil der Investoren gleich viel Wert. Wer an einem Tag beispielsweise 1000 Euro einzahlt, der bekommt exakt 10 mal so viele Anteile wie derjenige, der nur 100 Euro einbezahlt. Die jeweiligen Einzahlungen werden mit einigen Nachkommastellen in Fondsanteile umgerechnet. Aus dem Verrechnungskonto werden dann die Wertpapierkäufe bezahlt und diese dann in das Depot des Fonds eingebucht. Zu dem Zeitpunkt, an dem eine Aktie aus dem Investmentfonds – hoffentlich nit Gewinn – verkauft wird wird der Gegenwert wieder dem Verrechnungskonto des Sondervermögens des Fonds zugerechnet. Der Fonds bildet also eine komplett von den Finanzen der Bank getrennte Einheit.

Die Entscheidungsfindung innerhalb des Investmentfonds

Um auf die Volatilität der Finanzmärkte schnell reagieren zu können wird jeder Investmentfonds von einem Fondsmanager geleitet. Dieser entscheidet innerhalb der Anlagerichtlinien über den ganz genauen Zeitpunkt und das Ausmaß der jeweiligen Wertpapiertransaktion. Allerdings haben alle diejenigen, die Einzahlungen in den Fonds leisten die Gewissheit, dass die grundlegende Anlagestrategie eingehalten wird. Zu jedem Investmentfonds gehört der sogenannte Emissionsprospekt, der auch die Anlagerichtlinien enthält. In diesen sind die die wesentlichen Schwerpunkte festgeschrieben, wie beispielsweise:

  • die grundlegende Festlegung auf Aktien- oder Festverzinsliche (oder eine Mischung aus beiden)
  • die Orientierung des Fonds auf Substanzerhalt und stabile Erträge oder Chancenorientierung
  • die Region oder Branche, in der der Investmentschwerpunkt liegt
  • die Frage der Gewinnverwendung: Sollen Dividenden an die Anteilsinhaber ausgezahlt werden oder wird durch deren Verbleib im Fonds eine dem Zins-Zinseszins-Effekt ähnliche Aufwärtsspirale unterstützt
  • hat der Investmentfonds eine unbeschränkte Laufzeit oder handelt es sich um einen Zielfonds, der an einem gewissen Tag schlzussabgerechnet und ausbezahlt wird.

Berichte und Rechenschaftspflichten an die Investoren

In jedem Geschäftsjahr wird ein sog. Rechenschaftsbericht erstellt, der einen Einblick in die aktuelle Investmentstrategie gibt und beispielsweise auch einen detaillierten Depotauszug enthält. Damit kann jeder Investor genau nachprüfen, welche Aktien gekauft worden sind und sich überlegen, ob der Fonds noch zu seiner Anlagestrategie passt.

Darüber hinaus wird der Wert des Investmentfonds börsentäglich notiert, so dass jeder die Kursentwicklung bequem nachverfolgen kann. Anhand der Vergleichswerte zu den Vorjahren wird auch ersichtlich, welche Wertentwicklung (Performance) diese Investitionsmöglichkeit in den Vorjahren realisieren konnte. Diese Performance ist auch die Grundlage für die Vergleichsrechnungen der Bewertungs- und Ratingportale. Diese wählen in unterschiedlichen Investmentkategorien oder für unterschiedliche Anlageziele kontinuierlich die besten Fonds aus und versehen diese mit einem Art Qualitätssiegel.

Damit die Anleger flexibel bleiben, rentiert sich meist ein Wertpapierdepot bei einer Direkt- oder Onlinebank. Hier werden oftmals sogar gar keine Ausgabeaufschläge verlangt, so dass ein Wechsel der Investmentstrategie zu günstigen Konditionen möglich ist.

Einfache Struktur der Kapitalanlage

Ein Investmentfonds, in der Finanzbranche auch einfach Fonds genannt, ist eine Kapitalanlage auf dem Wertpapiermarkt, die durchaus auch für Kleinanleger interessant sein kann. Denn im Unterschied zu Aktienanleihen gibt es bei Fonds keinen Mindestbetrag an Kaufpreis, der zu leisten ist. Und trotzdem profitiert der Anleger, da die Fondsgesellschaften quasi als Großinvestoren am Kapitalmarkt auftreten und dort mit der Summe aller Einlagen ihrer Investoren auftreten. Demzufolge erhalten sie bessere Konditionen und sind auch in der Lage größere Pakete zu kaufen.

Wer bei Investmentfonds einsteigen möchte, der kann dies über individuelle Sparpläne, beginnend mit der Einzahlung ab 25 Euro tun, oder aber er zahlt eine einmalige Einlage an die Fondsgesellschaft ein. Bestimmte Anlageformen werden zudem staatlich unterstützt, zum Beispiel wenn es sich um einen Fonds zur Vorsorge für das Rentenalter oder als Sparanlagemöglichkeit handelt.

Video: Dank Niedrigzinsphase: Comeback der Aktienfonds?

Auswahl der Fondsgesellschaft sorgfältig prüfen

Wenn es um die Wahl der geeigneten Investmentfonds für seine Anlage geht, sollte nicht nur die Erfolgshistorie in Betracht gezogen werden. Auch die aktuelle Marktstrategie spielt eine wesentliche Rolle, zudem ist das Umfeld der Investmentfirmen ein wichtiges Auswahlkriterium. Wer in seine Auswahl hinsichtlich der Investmentfonds noch dazu steuerliche Aspekte einfließen lässt, der sollte beachten, dass vor allem Renten- und Vorsorgefonds mit Einlagen bedacht werden können, die zu 100 Prozent steuerfrei bleiben.

Berater Tipp

Aktienfonds sind voll steuerpflichtig

Aktienfonds sind dagegen voll steuerpflichtig und haben demzufolge hier einen Nachteil gegenüber den übrigen. Gute Fondsgesellschaften haben aber nicht nur in der Branche gute Ratings, sondern vor allem eine hervorragende Führungskraft. Wer als Investmentleiter gut ist und auch seine Mitarbeiter entsprechend motivieren kann, der verfügt meist auch über ein gutes Kerngeschäft.

Risiko bei Anlage in Investmentfonds beachten

Wie bei allen anderen Börsengeschäften gilt natürlich die Regel, dass nicht zu viel auf Risiko gesetzt werden sollte. Eine Fondsgesellschaft kann hier zum Beispiel kurzfristig gute Gewinne einfahren und dadurch ihre Performance verbessern, doch schlagartige Einbrüche sind nicht ausgeschlossen und haben schon zum Ende der einen oder anderen großen Investmentgesellschaft geführt. Deshalb ist bei der Auswahl der Investmentfonds unbedingt darauf zu achten, dass diese nicht zu stark wachsen, sondern durch Sicherheit überzeugen. Das ist dann der Fall, wenn deren Performance am Markt ein vernünftiges Verhältnis zum Risiko, dem sogenannten Tracking Error hat. Dazu macht es Sinn, sich bei Finanzexperten genau zu erkundigen, ober aber in entsprechenden Fachmagazinen zu recherchieren.

Steueraspekt nicht außer Acht lassen

Wie schon erwähnt, ist die steuerliche Regelung hinsichtlich der Gewinne aus Investmentfonds nicht einheitlich. Wird ein Investmentfonds aufgelöst und die Anteile zurück gezahlt, gilt dies als Veräußerungsgewinn. Dieser fällt unter die seit 2009 geltende Bestimmung der Versteuerung durch die Abgeltungssteuer. Es gibt hier zwar noch Übergangsregeln, doch generell ist von einer kompletten Versteuerungspflicht auszugehen. Wer in geschlossene Immobilienfonds investiert, kann von einer Ausnahme der Steuerpflicht ausgehen. Denn wenn diese die Immobilie länger als zehn Jahre halten, sind die Gewinne aus dem Verkauf der Immobilie später steuerfrei. Grundsätzlich gilt, dass Einlagen in Fonds steuerlich erst später erfolgen muss, was sicher ein positives Argument für die Investition in diese Anlageform darstellt.

Die Anlage in Fonds ist vor allem für Kleinanleger interessant, da sie mit verhältnismäßig wenig Einsatz durchaus Gewinne ermöglicht, die noch dazu steuerschonend wirken.

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