Seit einigen Monaten zieht die Nachfrage nach Büroflächen stetig aber unspektakulär an. Bei Neuvermietungen sind steigende Quadratmetermieten an der Tagesordnung, erste größere Neubauprojekte oder Aufwertungen erblicken das Licht der Öffentlichkeit. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen einerseits in der anziehenden Konjunktur und andererseits in der erstarkten Verhandlungsposition der Fach- und Führungskräfte zu suchen.

Der künstliche Investitionsstau wird abgebaut

Die ersten drei, vier Jahre nach der durch die Pleite der Lehman Bank ausgelösten Finanzkrise waren für viele Marktteilnehmer sehr schwierig. Viele hielten sich – obwohl sich an den Rahmenbedingungen für die eigene Branche nichts geändert hatte – mit Investitionen zurück. Dies galt sowohl für Privatkunden, als auch für Firmenkunden. In der Folge unterblieben auch viele der wachstumsorientierten Investitionen in Marketing, Forschung und vieles was Unternehmen für die Erweiterung der Gewinn- und Umsatzbasis benötigen.

Dieser künstliche Investitionsstau wird nun abgebaut, weshalb einige Unternehmen auch Kürzungen der Vergangenheit zurücknehmen und wieder Personalbestand aufbauen. Zudem erkennen viele Unternehmen, dass hochwertige Büroflächen auch zu einer ganz anderen Wahrnehmung auf Kundenseite führen und sich deshalb mehrfach auszahlen.

Viele Arbeitgeber entdecken den Wert der Mitarbeiter neu

Ein weiterer Grund für die steigende Nachfrage nach Büroimmobilien ist der Wertewandel im Management. Während mehr als ein Jahrzehnt alleine auf den vermeintlichen „Shareholder value“ und kurzfristige Gewinn geachtet worden ist, so besinnen sich viele Unternehmen nunmehr auf langfristig wirksame Strategien. Neben einer hohen Produktqualität, Kosten für Forschung und Entwicklung gehört dazu eine kreative, inspirierende Arbeitsumgebung.

Diese erfordert neben sehr gut ausgestalteten Arbeitsplätzen auch moderne Bereiche, in denen Kreativität entfaltet werden und gemeinsame Projekte gestartet werden können. Dadurch steigen sowohl die Anforderungen an die reine Quadratmeteranzahl, als auch an die Ausstattung. Beides wirkt sich positiv auf die Nachfrage nach Büro- und Gewerbeimmobilien aus.

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Steigende Löhne führen zu einer Renaissance der Städte

Anfang des neuen Jahrtausends wurden sehr viele Büro- und Einzelhandelsimmobilien entwickelt. Allerdings nicht in Städten oder Gemeinden mit sehr hoher Attraktivität, sondern fernab auf der grünen Wiese. Dort fand sich dann eine große Büroimmobilie oder ein gemischt genutzter Komplex, der alleine mit dem Auto zu erreichen war. Im Zeitalter des Fachkräftemangels und der motivierten Mitarbeiter ist dies allerdings nicht genug:

Berater Tipp

Innerstädtisches Ambiente immer wichtiger

Die Fach- und Führungskräfte legen Wert auf ein angenehmes oder auch innerstädtisches Ambiente der Büroflächen, in dem Sie abends nach Feierabend vielleicht ein bisschen shoppen oder sich zu einem Eis zusammensetzen können.

Neben einer offeneren Atmosphäre, die auch kreative Berufe anzieht, ist dies einer der Hauptvorteile, die zur neuen Beliebtheit hochwertiger Immobilien und den Immobilienmarkt in der Stadt noch attraktiver sein lassen.

Das gute gesamtwirtschaftliches Umfeld begünstigt den Immobilienmarkt

Die oben genannten Entwicklungen fügen sich zu einem Gesamtbild der insgesamt steigenden Nachfrage nach Immobilien. Dieser Nachfrage steht leider nur ein sehr begrenztes Angebot zur Verfügung, da die Entwicklung von neuen hochwertigen Immobilien oftmals fünf oder noch mehr Jahre dauern kann. In vielen Fällen sind aber die Gebäude bereits so weit verdichtet, dass in besonders guten Lagen die Quadratmeterzahl nicht mehr erhöht werden kann und deshalb Angebot und Nachfrage über steigende Mietpreise zueinander finden müssen. Da die Büromieten aber im Vergleich zu den Gesamtkosten pro Arbeitsplatz keine überragende Rolle spielen, überwiegt der Nutzwert dieser Kosten bei weitem!

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