Trotz Banken- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre, verbucht der Sektor stetige Gewinne. Dies unter anderem deswegen, weil neue Produkte die Branche erobern und sich durchaus erfolgreich etablieren. Seit kurzem haben Anleger bei Finanz-Derivaten eine neue Option, die viel verspricht – sowohl große Gewinne als auch herausforderndes Abenteuer. Die Rede ist von binären Optionen.

Gewinn und Verlust liegen nahe beieinander

Für Interessierte in diese neue Anlagestrategie bietet der Artikel Gefährliches Börsenspiel auf ARD.de einen guten Denkansatz zum aufstrebenden Handel mit den binären Optionen. Diese auch als digitale Optionen benannte Strategie des Finanzhandels basiert auf dem einfachen Prinzip „Gewinn“ oder „Verlust„, was die Gewinnchancen natürlich maximiert, letztendlich aber auch das Risiko des Verlustes steigen lässt. Doch für die Finanzmärkte scheint das Geschäft aufzugehen, denn wer sich die Statistik der weltweit größten Termin- und Optionsbörsen ansieht, der entdeckt die CME Group mit Sitz in Chicago an erster Stelle mit einem Handelsvolumen von 2890 Millionen Kontrakten, an zweiter Stelle mit immerhin 2291 Kontrakten rangiert Eurex, die 1998 gegründete Terminbörse für Finanzderivate.

Terminbörsen weltweite Kontrakte

Die Statistik zeigt die weltweit größten Terminbörsen im Jahr 2012 nach der Anzahl der gehandelten und/oder abgewickelten Kontrakte. Eine Terminbörse (auch Derivate- oder Optionsbörse genannt) ist eine Börse, an der Termingeschäfte (Futures und Optionen) abgewickelt werden. Hierbei handelt es sich um Transaktionen, bei denen die Erfüllung des Vertrags, d.h. die Abnahme des Wertpapiers, erst zu einem späteren Termin, aber zu einem am Abschlusstag festgelegten Kurs erfolgt. An der Multi Commodity Exchange of India wurden in 2012 rund 960 Millionen gehandelte Kontrakte verzeichnet. (Quelle: Futures Industry Association)

Berater Tipp

Binäre Optionen haben anderen Stellenwert als Aktien und Fonds

Im Gegensatz zum Aktienhandel gibt es beim Handel mit binären Optionen keinen Handelspartner am Markt: der Broker ist Endeffekt auch gleichzeitig Anbieter des Geschäfts.Wer mit binären Optionen, die im Fachjargon auch als digitale Optionen bezeichnet werden, handelt, der geht damit einen anderen Weg als beim Handel mit Aktien oder Anleihen. Denn im Gegensatz zu diesen beiden gibt es beim Handel mit binären Optionen keinen Handelspartner am Markt, sondern einfach nur den Broker, der im Endeffekt auch gleichzeitig Anbieter des Geschäfts ist. Dieser bietet quasi eine Wette an, wie sich der DAX entwickelt oder wie es mit dem Verhältnis zwischen Euro und US-Doller weiter geht.

Diese Art von Finanzwette kennt keine Abstufungen, sondern ermittelt am Ende der Laufzeit einfach nur, wer richtig gelegen hat, dabei geht’s um alles oder nichts. Auch wenn man als Laie gerade in dieses Finanzgeschäft eigentlich gut einsteigen kann, da es kaum Vorkenntnisse dazu benötigt, ist die Auswahl des Brokers entscheidend. Die meisten, die diese Anlagewette anbieten, sind CFD-Broker, die durchaus in Deutschland ansässig sind.

Bei der Brokerauswahl auf Seriosität achten

Auch wenn viele der Anbieter durchaus mit Erfahrung punkten können, ist bei der Auswahl des Brokers seines Vertrauens Vorsicht geboten. Eine gute Brokerauswahl bietet z.B. das Vergleichsportal 60sekunden.com, wo zusätzlich die umstrittene Strategie der 60 Sekunden angeführt und beschrieben wird. Diese ist im Gegensatz zur handelsüblichen Strategie „Put„- oder „Call„-Aktion, die eine Laufzeit von mindestens 30 Minuten voraussetzt , wesentlich attraktiver, aber auch riskanter. Wichtig beim Vergleich der Broker ist auch, darauf zu achten, welche Kosten dieser in Rechnung stellt. Manche Anbieter gewähren zudem die Option, dass Verluste bei Binären Optionen nicht zur Gänze auf Kosten der Kunden gehen, sondern nur zu 85 Prozent.

Ein wichtiges Kriterium für die Brokerwahl sollte der Sitz desselben sein. Denn um eine EU-weite Notifikation zu erhalten, genügt für die meisten Anbieter um in Deutschland tätig werden zu können. Damit ist grundsätzlich keine Regulierung verbunden, wobei hierzulande Experten sogar darüber strittig befinden, ob der Handel mit binären Optionen überhaupt offiziell anmeldepflichtig ist, denn laut Deutschem Kreditwesengesetz gibt es hier keine konkreten Vorgaben oder Angaben, die zur Rechtssicherheit für den Kunden herangezogen werden können. Damit bleibt der von vielen als gewinnträchtiges Finanzprodukt eingeschätzten Anlagestrategie etwas Dubioses haften.

Video: 3Sat Doku – Devisenhandel im Millisekundentakt

Binäre Optionen: Gutes Finanzprodukt oder dubioses Anlageverfahren

Wer sein Erspartes mit einfachen Mitteln deutlich vermehren möchte, ist mit Binären Optionen grundsätzlich gut beraten. Auch wenn definitive Vorkenntnisse oder Branchenerfahrung nicht unbedingt notwendig ist, sollte die Risikobereitschaft mit dem Hausverstand mithalten. Denn plötzlich eintretende Ereignisse wie politische Unruhen, Bekanntwerden wirtschaftlicher Schwächen von Ländern, können eine spontane Tendenz auslösen. Und dann wird aus dem prognostizierten Gewinn schnell ein Verlust.

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