Die Finanzkrise hält die globale Finanzwelt in ihrem Bann: In Europa steht der Leitzins aufgrund der schwachen Konjunktur bereits auf einem Allzeittief von 0,25%, um Investitionen zu fördern. Die Nullzinslinie ist bereits in greifbarer Nähe, der Eintritt in die Liquiditätsfalle droht. Für den privaten Geldanleger bringt das erhebliche Konsequenzen mit sich. Geldanlagen auf der Bank bescheren so gut wie keine Rendite mehr und jegliche Rendite wird von der Inflation buchstäblich aufgefressen.

Doch welche Alternativen bleiben dem Geldanleger?

Im Folgenden wird auf die nachstehenden Geldanlagemöglichkeiten näher eingegangen:

Immobilien
Aktien
Lebensversicherungen
Edelmetalle
Staatsanleihen
Kunstmarkt und ähnliche riskante Alternativen

Altbewährt und stets eine Option: Immobilien

Der Klassiker unter den Anlageformen fernab der Bank ist die Investition in Immobilien. Mit dem Erwerb oder Bau einer Immobilie schafft der Anleger in seinem persönlichen Portfolio einen Sachwert, der auch in Krisenzeiten mit einhergehender Inflation wertbeständig bleibt. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn sich auf dem Immobilienmarkt eine Blase bildet, da viele Anleger den gleichen Gedanken hegen und in Immobilien investieren. Überteuerte Preise und wenige Nachfrager in naher Zukunft sind die Folge, was zu einem hohen Verlust führen kann.

Vielversprechend scheinen in Niedrigzinsphasen Investitionen in den Aktienmarkt. Die gesteigerte Liqudität durch die Niedrigzinspolitik beschert einen Investitionsboom, der sich natürlich auch auf dem Aktienmarkt in steigenden Kursen bemerkbar macht. Wer zum richtigen Zeitpunkt (bei niedrigem Stand) einsteigt, kann immense Profite mitnehmen.

Zudem werden oftmals Lebensversicherungen in Betracht gezogen. Diese sind in Niedrigzinszeiten allerdings nur wenig ertragreich. Aufgrund dessen ist die Zahl der Lebensversicherungsabschlüsse in Zeiten von Finanzkrisen relativ gering.

Erfolgsversprechender sind dahingegen Edelmetalle. Sie sind am ehesten mit den bereits erwähnten Immobilien vergleichbar, da sie aufgrund ihrer Langlebigkeit wertbeständig sind und dem Anlegerportfolio reale Werte bescheren.

Staatsanleihen sind riskante Anlageform

Staatsanleihen erweisen sich als eine riskante Anlagealternative. Wie zuletzt in Griechenland kommt es häufig zu Zahlungsausfällen, sodass die vermeintlich hohen Renditen einem ebenfalls erhöhten Anlagerisiko gegenüberstehen. Können Regierungen die Staatsanleihen nicht mehr bedienen, ist das hart erarbeitete Geld futsch.

Berater Tipp

Alternative Wertgegenstände

Selten erwähnt, aber gerade deswegen interessant, sind Anlagen in alternative Wertgegenstände. Dazu zählen zum Beispiel Kunstwerke oder Statuen. Sie sind zugleich das Extrembeispiel von Angebot und Nachfrage. Gibt es nur einen Nachfrager, der bereit ist, einige Jahre nach eigener Investition einen noch höheren Preis zu zahlen, hat sich das Geschäft für den Geldanleger gelohnt. Die Rendite ist in diesem Falle höher als in allen anderen oben genannten, doch muss sich eben auch ein Käufer finden. Andernfalls sind die Wertverluste immens.

So ist letzten Endes stets eine Abwägung zwischen Renditeerwartungen und dem damit verbundenen Risiko gefragt. Tendenziell sind Edelmetalle und Immobilien wertbeständig, doch sind sie zumeist auch jene Anlageformen, die in guten wirtschaftlichen Zeiten die gerinste Redite bescheren. Ein glückliches Händchen gehört für Privatleute bei der Geldanlage dementsprechend immer dazu.

Video: Der Wert einer Büroimmobilie

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