Das Jahr 2002 markierte einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie die Menschen ihre Zeit nach der Berufstätigkeitsphase organisieren können. Bis zu diesem Zeitpunkt sorgten immer steigende Beitragssätze zur staatlichen Rentenversicherung dafür, dass das Rentenniveau stetig steigen konnte und auch die längere Lebenserwartung zu keiner Belastung der Rentenkasse führte. Allerdings mehrten sich die Stimmen, dass ein Beitragssatz von mehr als 20 % auf die Einkommen aus nicht selbständiger Arbeit zu hoch sein würde.

Die Eigenverantwortung wird gestärkt

Der Staat stärkte deshalb die Eigenverantwortung: Die Menschen sollten selbst entscheiden, welche Art der zusätzlichen Altersvorsorge über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus sie wählen möchten. Deshalb gibt es ganz verschiedene Modelle, wie Sie ansparen können. Einige mit saftiger staatlicher Förderung, andere kombinieren Vermögensbildung mit Einsparung von Mietkosten. Damit Sie sich auf diese wichtige Entscheidung vorbereiten können, finden Sie in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Informationen. Und können dann selbst einen Altersvorsorge Vergleich vornehmen.

Varianten des Riester-Sparens

Beim Riester Sparen handelt es sich um verschiedene Möglichkeiten des Ansparens, die Sie beim Altersvorsorge Vergleich auf keinen Fall vergessen sollten. Die Grundzüge sind schnell erklärt, Details zum Finden des besten Vertrags folgen später. Zahlen Sie etwa 4 % ihres leicht abgewandelten Jahresgehalts in einen Riester Vertrag ein, so erhalten Sie staatliche Zulagen. Diese betragen immer 156 Euro pro Erwachsenem (also 156 Euro für den Single, 312 Euro für Paare) sowie bis zu 300 Euro pro Kind (Detailregelungen sehen hier eine Altersgrenze bis zum beginn der Ausbildung vor).

Berater Tipp

Mindeststandards müssen erfüllt werden

Alle Produkte müssen bestimmten Mindeststandards in Bezug auf die Mindestauszahlugn zu Rentenbeginn entsprechen, damit sie eine staatliche Zertifizierung bekommen können. Ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern bekommt also vom Staat [b]jährlich[/b] bis zu 912 Euro Riester-Zulage.

Fast allgemeingültig (außer für Beamte oder Selbständige) kann man deshalb sagen, dass die Riester Verträge nahezu unschlagbar sind. Insbesondere wegen der langen Laufzeit, mit der man aus den staatlichen Prämien und dem langjährigen Ansparen erhebliche Zinsen und Zinseszinsen generieren kann.

Die Detailfrage zum Riester Sparen sollten Sie allerdings für sich selbst beantworten: Möchten Sie eine Eigentumswohnung oder ein Haus zum „Sofort drin Wohnen“ und als spätere Altersvorsorge. Oder bevorzugen Sie den Banksparplan oder ein Fonds Ansparen. Verbraucherschützer und Warentester krönen regelmäßig jeweils eigene Testsieger. Erfahrungsgemäß liegen dabei die gebührenfreien Banksparpläne, die beispielsweise Raiffeisenbanken anbieten, vorne. Auch das Fondssparen wird von Vielen empfohlen. Wird das Ansparen als eine Kombination aus Lebensversicherung und Riester-Vertrag – wie bei einigen Versicherungen – angeboten, so sollten Sie doppelt und dreifach genau hinsehen. Beim Altersvorsorge Vergleich muss diese Kategorie nämlich etwas anders behandelt werden: Monatlich wird ein Anteil für den Risikoschutz kalkuliert und abgezogen und steht deshalb für das Ansparen nicht zur Verfügung.

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Langfristige Vermögensbildung durch Investmentfonds

Die meisten Menschen, die einen Altersvorsorge Vergleich durchführen, entscheiden sich neben einer Riester Rente auch für die Geldanlage in einen langfristig orientierten Investmentfonds. Dessen Investmentidee llebt von einer Langfrist-Strategie und fragt: Welche Unternehmen, Branchen und Regionen werden in den nächsten Jahren ein außerordentliches Wachstum generieren und Ihnen somit jährliche Zahlungen wie Dividenden und einen Substanzzuwachs bescheren.

Unser Rat lautet hier: Ihr Altersvorsorge Vergleich sollte mindestens zwei unterschiedliche Geldanlagen beinhalten. Die im ersten Punkt genannte Riester-Rente und zusätzlich ein Fonds, den Sie nach folgenden Kriterien auswählen sollten:

  • Er sollte ein gutes Rating eines der bewährten Vergleichsportale bzw. der Ratingagenturen haben. Dieses bewertet die bisherigen Investmenterfolge und gibt einen ersten Ausblick auf die in Zukunft zu erwarteten Erträge.
  • Beim Altersvorsorge Vergleich sollten Sie eher einen konservativ bzw. defensiv strukturierten Investmentfonds wählen. Dieser bildet beispielsweise den ganzen Index eines Börsenplatzes ab oder besteht aus den weltweiten Marktführern. Damit sind die kurzfristigen Schwankungen und Risiken wesentlich geringer als bei einem hoch spekulativen Fonds.
  • Gerade bei monatlich regelmäßigen Einzahlungen werden Sie nur sehr selten die Beratung eines Bankberaters in Anspruch nehmen. Eröffnen Sie deshalb zusätzlich zur klassischen Depotverbindung bei der Hausbank ein Depot bei einer Direktbank – die sie zu den Geschäftszeiten bei Fragen telefonisch erreichen können. Damit können Sie Ausgabeaufschläge einsparen, so dass mehr Geld in der Geldanlage ankommt und nicht für Ausgabeprovisionen verwendet wird.

Ein offenes Wort zu Kunst & Antiquitäten

Immer wieder finden Sie in der Tageszeitung oder der Wirtschaftspresse interessante Artikel, die von einem Künstler berichten, dessen Werke plötzlich unendlich viel wert sein sollen. Dies ist aber eher die Ausnahme, denn die Regel. Kunst & Antiquitäten haben einen Genuss- und Besitzwert für zuhause. Sie freuen sich am Besitz oder Anblick oder Erlebnis eines sehr seltenen Stückes. Beim Wiederverkauf aber werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren im wahrscheinlichsten Fall auf ein komplett verändertes Verbraucherverhalten oder Geschmack treffen.

Investieren Sie deshalb lieber wie in Kapitel 1 oder 2 genannt in echte Geldanlagen oder in einer kleinen Beimengung auch in Edelmetall, welches möglichst nahe am Materialwert notiert. So sind Sie auch ehrlich zu sich selbst, was Geldanlage und was Hobby angeht!

Wenn Sie diese Regeln beim Altersvorsorge Vergleich beachten, dann sind Sie schon viele bedeutende Schritte in Richtung der optimalen Altersvorsorge gegangen. Und können mit der Bank oder dem Anbieter auf Augenhöhe verhandeln und sind ein selbstbewusster Kunde.

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